Nehls, Dr. med. Michael: Kopfküche – Das Anti-Alzheimer-Kochbuch

Rezension Dr. med Michael Nehls – Kopfküche: Das Anti-Alzheimer-Kochbuch

 

Klappentext:

Das Vergessen im Alter ist keine Einbahnstraße: Immer deutlicher wird, dass Lebensstilfaktoren – und hier ganz besonders die Ernährung – die Entstehung und die Entwicklung der Demenzerkrankungen entscheidend beeinflussen. Wie sonst könnten Menschen im ländlichen Japan bei guter geistiger Leistungsfähigkeit oft überdurchschnittlich alt werden?

Michael Nehls, Bestsellerautor, Arzt, Molekulargenetiker und Ausdauer-Leistungssportler forscht seit vielen Jahren zu diesem Generationen bewegenden Thema. Seine Erkenntnis: Alzheimer ist eine heilbare Mangelkrankheit! Er veröffentlichte dazu mehrere Bestseller, die Ernährung als Schlüssel zu Prävention und Heilung klar positionieren.

Mit seinem Familienrezeptbuch bringt er seine wissenschaftlichen Ergebnisse direkt auf den Tisch vieler Menschen, die ihre Zukunft in die Hand nehmen möchten. Unterhaltsam und menschlich geschrieben, hoch informativ, spannend zu lesen und dabei einfach nachzukochen – Alzheimer ist kein unausweichliches Schicksal!

Meinung:

Alzheimer ist eine erschreckende Krankheit. Bestimmt jeder kennt jemanden in seinem Bekannten- oder Familienkreis, der an dieser Krankheit erkrankt ist. Auch in meiner Familie gab es schon Alzheimer-Erkrankungen.

Doch Alzheimer und Demenz scheint kein unausweichliches Schicksal mehr zu sein, denn wissenschaftliche Untersuchungen und Studien zeigen, wie man der Krankheit vorbeugen kann um einen Ausbruch zu verzögern oder gar abzuwenden. Und dabei spielt unsere Ernährung eine sehr wichtige Rolle.

Genau diesem Punkt widmet sich hier Dr. med. Michael Nehls. Auf Grundlage neuester Erkenntnisse rund ums Altern und das Gehirn klärt er über Ernährung auf, räumt mit Mythen auf und gibt seinem Leser so einen Leitfaden an die Hand, aktiv etwas für seine Gesundheit und seinen Hippocampus, den Sitz unseres Erinnerungsvermögens im Gehirn, zu tun.

Seine Schilderungen und Erläuterungen sind verständlich umgesetzt, so dass man auch als Nichtmediziner keine Schwierigkeiten hat, der Argumentation von Dr. Nehls zu folgen. Einige interessante Thesen greift er dabei auf, die mir selber so noch nicht bekannt waren. An anderen Stellen hat er meine eigenen Beobachtungen bzgl. dem Thema Ernährung bestätigt. Viele Fußnoten weisen auf wissenschaftliche Quellen hin, an denen er sich orientiert hat. Allerdings haben diese Fußnoten den Nachteil, dass man das Gefühlt hat, an manchen Aussagen nur gekratzt zu haben und es noch viel mehr dazu zu erfahren gibt. Natürlich ist es der Form des Textes geschuldet und natürlich finde ich es gut, dass Herr Dr. Nehls seine Quellen angibt.

Nehls Ernährungserkenntnisse sind auf jeden Fall interessant und aufschlussreich, können allerdings auch ziemlich ins Budget gehen, da hier doch auf einige uns sehr gewohnte Produkte verzichtet werden sollte. So sind Tier-Milchprodukte in seinem Ernährungsleitfaden nicht vorgesehen und auch beim Thema Mehle stellt er viele Alternativen zum handelsüblichen Weizenmehl vor, die aber auch alle deutlich teurer sind. Ein weiter hoher Kostenfaktor entsteht hier auch durch den deutlichen Überhang von Fisch und Meeresfrüchten. Gerade in den Regionen, wo der Weg des frischen Fischs einen weiten Weg hat, ist dieser Posten nicht gerade klein. Genau dieser Punkt hat in unserem Haushalt zu einer kleinen Diskussion bzgl. des Themas Fischfangs, Überfischung, Aquakulturen, etc. geführt.

Somit stellt sich hier die Praxistauglichkeit in Frage, vor allem wenn man mit einem kleineren Budget auskommen muss. Hier wird man sich Gedanken machen müssen, wieviel von Dr. Nehls Ernährungstipps man in sein Leben integriert bekommt. Auf jeden Fall hat es mich über unseren Milchkonsum nachdenken lassen. Da Zuckerfrei ja schon länger ein Thema bei uns ist, finden sich hier auch viele Parallelen zu den Zuckerfrei-Ratgebern und man bekommt dadurch das Gefühl, schon auf einem guten Weg zu seiner geistigen Gesundheit zu sein.

Der Rezeptanteil macht etwas über die Hälfte des Buchs aus und ist in verschiedene Kategorien eingeordnet: Müsli, Brote & Aufschnitte, Salate, Tee, Suppen, Vorspeisen und Snacks, Hautspeisen und natürlich Nachspeisen. Die Zutatenliste ist dabei sehr übersichtlich gehalten und fast alles findet sich auch im heimischen Supermarkt, die dank mancher Ernährungstrends mittlerweile auch Produkte wie Quinoa oder Buchweizen im Programm haben. Die Zubereitung ist einfach erklärt und simpel umzusetzen. Dank kleiner Grafiken kann man direkt sehen, für wie viele Personen das Gericht ausgelegt ist und wie lange die Koch- und Zubereitungszeit ist. Auch Nährwertangaben finden sich unter den Rezepten, für alle diejenigen, die diese Werte ein bisschen im Auge behalten müssen.

 

Fazit:

Kopfküche – Das Anti-Alzheimer-Kochbuch enthält viele interessante und wissenswerte Fakten und Hintergründe rund um das Thema Alzheimer und Demenz, und liefert einige Informationen zur Prävention. Auch schlüsselt der Autor so einige Ernährungsmythen schlüssig auf und schaffte es, mir neue Erkenntnisse zu vermitteln. Allerdings wird die Umsetzung des Programms leider auch ein kostspieliges, denn einige unserer uns bekannten Grundlebensmittel müssen hier durch andere Alternativen ersetzt werden, die Erfahrungsgemäß nicht immer ganz erschwinglich sind. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie viele der vorgegebenen Erkenntnisse man in sein Leben umgesetzt bekommt.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Preis

Softcover: 19,95

 

Verlag: systemed
ISBN: 978-3-95814-084-4
Seitenzahl: 204

Vielen Dank an Literaturtest und den Systemed Verlag für das Rezensionsexemplar.
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Ein Gedanke zu “Nehls, Dr. med. Michael: Kopfküche – Das Anti-Alzheimer-Kochbuch

  1. Danke für diese Rezension. Ich habe mir das Buch auch vor einigen Tagen gekauft und finde ehrlich gesagt, dass nicht viel Neues drin steht. Also keine vollkommen überraschenden Erkenntnisse. Eher das, was in der Vollwerternährung und der veganen Ernährung schon seit vielen Jahren weitergegeben wird. Dafür finde ich den Preis für das Buch ziemlich hoch. Die kostspieligen Produkte haben mich auch gestört, z.B. Kokosöl und das Fisch-Thema, das Du ja auch ausführlich beschrieben hast. Mir ist neben der Gesundheit auch die Ökologie und Regionalität wichtig. Es wäre schön gewesen, wenn der Autor sich auf regionale Produkte konzentriert hätte oder regionale Alternativen genannt hätte. Denn der Verweis auf die Jäger und Sammler, die wir ursprünglich waren, haut ja nicht hin mit Kokosöl und anderen exotischen Produkten. So als hätten die Menschen damals alle am Indischen Ozean gelebt…

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