Meyer, Deon: Fever

Rezension Deon Meyer – Fever

 

Klappentext:

Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

Meinung:

Autor Deon Meyer ist kein unbekannter Name auf dem deutschen Buchmarkt, dennoch ist Fever der erste Roman des bekannten Autors, den ich gelesen habe.
Schon die Inhaltsangabe hat mich gereizt. Nach einer Grippepandemie sind rund 90% der Menschheit ausgelöscht worden. Die Überlebenden stehen vor den Trümmern der Zivilisation. In diesem Endzeitszenario erzählt der Protagonist Nico Storm, wie er mit seinem Vater eine neue Gemeinde aufbaut, über die Hinternissse und Schwierigkeiten, über die Niederungen des menschlichen Charakters und über den Mord an seinem Vater, der bereits auf den ersten Seiten angesprochen wird und die Geschichte überschattet.

Deon Meyer beleuchtet in Fever viele verschiedene Aspekte und Schwierigkeiten, die ein solches Endzeit-Szenario mit sich bringt. Über die Probleme der Nahrungsbeschaffung, gen-verändertem Saatgut, Kraftstoffe, Strom und Wasserzufuhr sind auch zwischenmenschliche Belange von großer Wichtigkeit in diesem Buch. Wie wirkt sich der Wegfall einer sozialen Ordnung aus? Bilden die Menschen Gruppen und helfen einander? Oder entstehen Gangs, deren Zweck es ist, sich auf kosten anderer zu bereichern?

Willem und Nico Storm gehören hier zu der zivilisierteren Gruppe Mensch, treffen aber auch immer wieder auf das Gegenteil, müssen sich mit Plünderern, Gangs und anderen zwielichtigen Gestalten auseinander setzen. Das alles zusätzlich zu den Hürden und den Rückschlägen ihres Gemeindeaufbaus.

Meyers Charaktere sind interessant und vielschichtig ausgearbeitet und wirken sehr nah und menschlich in ihren Ängsten, Bedürfnissen und Hoffnungen. Nur zu gut schafft man es, sich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen. Dabei zeichnen sie auch natürlich Fehler auf, die ihnen Tiefe und Format verleihen.

Nico Storm erzählt seine Geschichte rückblickend, immer wieder ergänzt mit Auszügen aus einer Gemeinde-Chronik, in der andere Bewohner zu Wort kommen dürfen. Die Handlung ist abwechslungsreich und zum Großteil spannend inszeniert. Gerade zum Ende hin zieht diese gewaltig an, und ich ahnte bereits ein wenig, wohin mich einige Fragen führen werden. Leider hat der Ausgang der Geschichte ein etwas fades Gefühl hinterlassen. Ein wenig zu schnell abgehandelt fühlte es sich an, vielleicht, weil das Ende der vorher aufgebauten Spannung nicht wirklich gerecht wurde? Auch blieben mir einige Fragen zu offen und ich hätte es schön gefunden, wenn mehr lose Fäden hier zusammengeführt hätten. So bleibt am Ende doch einiges noch der Fantasie des Lesers überlassen.

 

Fazit:

Deon Meyer hat mit Fever einen sehr gut durchdachten Endzeit-Roman mit vielen Spannungsmomenten geschaffen, dessen Ende mir aber im Vergleich zum Rest des Buchs etwas zu flach ausfiel.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Preis

Gebunden: 19,99 Euro

 

Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00902-0
Seitenzahl: 702
Übersetzer: Stefanie Schäfer

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.
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