Hervier, Grégoire: Vintage

Rezension Grégoire Hervier – Vintage

 

Klappentext:

Einem jungen Gitarristen und Journalisten bietet sich der große Deal und die Story seines Lebens: eine Million, wenn er beweisen kann, dass die ›Gibson Moderne‹, die legendärste Gitarre aller Zeiten, tatsächlich existiert hat. Auf seiner Suche begegnet er besessenen Musikliebhabern, leidenschaftlichen Sammlern, zwielichtigen Gestalten und sagenumwobenen Instrumenten. Eine faszinierende Reise quer durch Amerika und die gol­denen Jahre von Blues und Rock. Ob Freak oder Liebhaber, Vintage ist eine Geschichte, bei der in jedem eine Saite erklingt.

Meinung:

Rock’n’Roll ist Tod? Es lebe der Rock’n’Roll! Der Journalist Thomas Dupré hat nicht nur ein Faible für Gitarren, er repariert sie auch und spielt selber. Eines Tages eröffnet sich ihm die Chance, sich auf die Suche nach der wohl legendärsten Gitarre aller Zeiten zu machen: Der Gibson-Moderne. Die Reise führt ihn durch die halbe Welt bis hin zu den Anfängen des Blues und Rock in Amerika. Dort kommt er der Gibson-Moderne so nah wie noch nie, doch seine Reise ist nicht ganz ungefährlich und schon tauchen die ersten Todesopfer auf.

Ich liebe Rockmusik. Egal ob es sich um die großen alten Meister, wie Presley, Led Zeppelin oder Hendrix handelt, oder ob es modern ist, wie 30 Seconds to Mars, Rammstein oder Korn. Immer schon hat mein Herz für Rock und Metal geschlagen. Und so ist es mir absolut nicht schwer gefallen, in Grégoire Herviers Roman zu versinken, bei dem man auf jeder Seite die Liebe zu diesem Metier spürt. Herviers weiß, wovon er schreibt und er schafft es, dies dem Leser nah und plastisch zu vermitteln. Oft hatte ich das Gefühl mittendrin zu sein, die Musik auf meiner Haut zu spüren und den Künstlern ganz nah zu sein.

Inhaltlich ist dem Autor ein interessantes Stück gelungen, dass mich über weite Strecken sehr fesseln konnte. Leider hat der Roman in der Mitte ein paar Längen mitgebracht, die die Atmosphäre nicht ganz überspielen konnten. Dafür machen aber die vielen skurrilen Charaktere hier richtig viel Spaß, sind teilweise stark überzogen (oder auch nicht?) und greifen wunderbar ineinander. Zwar fehlt es bei einigen Nebenfiguren ein wenig an Tiefe und ich hätte mir gewünscht, vielleicht einen kleinen Ticken mehr über sie zu erfahren, für ein stimmiges Gesamtbild aber reicht es vollkommen aus.

Ob das Rätsel um die Legendäre Gibson-Moderne gelöst werden kann, das verrate ich euch natürlich nicht. Ich persönlich habe die Welt des Rock’n’Roll aus einer ganz anderen Perspektive kennen lernen dürfen, habe meinen Horizont erweitert (denn mir war bis dahin nicht wirklich bewusst, wie ausschlaggebend die Bauform einer Gitarre für ihr Klangbild ist – ja, so unmusikalisch bin ich) und kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der spannend unterhalten werden möchte und ein Herz für Rockmusik hat.

 

Fazit:

Vintage ist verdammt cool. Mit Thomas Dupré hat Grégoire Hervier einen sympathischen Protagonisten geschaffen, der mit beim Lesen sehr ans Herz gewachsen ist. Der französiche Charme und die Liebe zu dem Thema an sich fließen einem auf jeder Seite entgegen und trösten über die paar kleinen Längen in der Geschichte hinweg.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

Preis

Gebunden: 24,00 Euro

 

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07002-6
Seitenzahl: 400
Übersetzer: Alexandra Baisch und Stefanie Jacobs

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.
Advertisements

Kommentare gerne erwünscht :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s