Goebel, Joey: Vincent

Rezension Joey Goebel – Vincent

 

Klappentext:

Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt.

Meinung:

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wo ich zum ersten Mal über dieses Buch gestolpert bin. Fest stand aber, dass ich es unbedingt lesen wollte. Also kaufte ich das Buch, legte es zur Seite, weil ich noch was anderes damals las, und vergaß das Buch auf meinem SuB. Ein folgenschwerer Fehler, wie ich nach den ersten Seiten feststellen musste, denn einmal kurz reingelesen, ließ mich die Geschichte von Vincent und seinem Manager Harlan nicht mehr los.

Vincent kommt aus ärmlichen Verhältnissen, seine Mutter bekommt ein Kind nach dem anderen, hat wechselnde Partner, nimmt Drogen und Alkohol in rauen Mengen zu sich. Eher verwunderlich, dass Vincent sich als überaus intelligent, kreativ und schriftstellerisch talentiert entpuppt. Doch sein Talent wird von der New Renaissance Academy entdeckt und Vincent wird dort aufgenommen und gefördert. Leitidee der Academy ist es, dass sich die Kreativität aus Leiden entwickelt. Und so sorgt die Academy dafür, dass Vincent immer leidend ist, kein Glück findet und so immer bessere kreative Werke schafft. Der Plan geht zunächst auf, doch Vincent wächst seinem Manager Harlan immer mehr ans Herz. Kann er es da verantworten, dass Vincent nie das Glück finden soll?

Die Geschichte klingt reichlich abgedreht, und das ist sie auch. Doch sie ist einfach unterhalten, bissig und absolut berührend. Joey Goebel hat nicht nur eine bissige Gesellschaftssatire geschrieben, sondern auch eine scharfe Kritik an der Unterhaltungsbranche, Hollywood und den Musikschaffenden. Seine Figuren sind liebevoll und detailliert skizziert und man schließt sie einfach nur ins Herz.

Der Schreibstil ist großartig, eingängig und frisch. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass die Seiten förmlich nur so dahin fliegen und man verfolgt mit Spannung Vincent und Harlans Leben. Viel zu schnell war ich durch dieses Buch durch und habe es mit einem sehr wehmütigen Gefühl beendet, die Figuren nun schon verlassen zu müssen.

 

Fazit:

Vincent ist ein großartiges Stück Literatur und auch ich kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Buch anschließen. Mitreißend geschrieben, unterhaltsam, berührend, bissig und bewegend. Vincent ist ein Buch, dass man gelesen haben sollte!

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Preis

Taschenbuch: 13,00 Euro

 

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-23647-7
Seitenzahl: 448
Übersetzer: Hans M. Herzog & Matthias Jendis

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3 Gedanken zu “Goebel, Joey: Vincent

  1. Ich finde auch daß Joey Goebel ein sehr guter Schriftsteller ist. Aber dieses Buch gefiel mir nicht so besonders. Es ist zwar gut geschrieben, aber gegen Ende hin unlogisch in der Handlung und dem Resume daß er aus den Gedanken des Protagonisten zieht.

    • Hi Thomas,
      für mich war es das erste Buch von Joey Goebel, dass ich gelesen habe, deshalb kann ich jetzt keine Vergleiche zu seinen anderen Romanen stellen.
      Da ich die Herangehensweise des Buchs sowieso schon als sehr überzogen und satirisch empfunden habe, hat mich das Ende nicht so gestört 😀
      Liebe Grüße

  2. Vincent liegt auch seit Jahr und Tag auf meinem SuB. Kennst du die anderen Bücher von ihm auch? Osborne fand ich super, Heartland mochte ich auch – und Freaks sowie Vincent kenne ich noch nicht …

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