Bartsch, Carina: Nachtblumen

Rezension Carina Bartsch – Nachtblumen

 

Klappentext:

Auf jede Nacht folgt ein Tag
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch.

Meinung:

Als ich damals Kirschroter Sommer las, war ich so angetan von der Geschichte und dem Erzählstil, dass ich mir direkt auch den Nachfolger Türkisgrüner Winter zulegen musste. Nun hat die Wartezeit endlich ein Ende und ein neuer Roman von Carina Bartsch liegt in meinen Händen.

Diesmal führt uns die Geschichte nach Sylt. Dort tritt Jana eine Lehre in einem Architekturbüro an. Dabei ist sie teil eines Sozialprojekte und nur eine von 5 jungen Menschen, die zusammen wohnen. Auch der verschlossene Collin lebt dort, Tür an Tür mit Jana. Nach und nach lernen die beiden sich näher kennen und trotz der Mauern, die beide um sich herum hochgezogen haben, kommen sie sich näher. Doch lässt sich die Vergangenheit und darin Erleidetes nicht einfach abstellen und sich zu öffnen ist manchmal schwerer, als man meint.

Jana ist eine sehr introvertierte Person. Sie ist verschlossen, schüchtern, gibt kaum etwas von sich preis und als Leser wird man neugierig auf ihre Geschichte. Diese deckt Carina Bartsch nach und nach auf, behutsam, ruhig, emotional und mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Das macht Nachtblumen natürlich sehr tragisch, aber auch sehr langsam. Stellenweise hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, in der Handlung nicht voranzukommen und mich langsam zu langweilen.

Denn auch mit der Beziehung zu Collin geht die Autorin so behutsam vor. Das passt zwar grundsätzlich hervorragend zu ihren Charakteren, denn ein schnelles verlieben hätte an dieser Stelle einfach nicht gepasst, trotzdem kann sie es nicht verhindern, das der Schwung aus der Geschichte genommen wird. Der Erzählstil ist wie gewohnt schön und einfühlsam, kann aber über die immensen Längen im Roman nicht hinwegtrösten. Und so muss sich der Leser hier leider gedulden, bis sich ihm nach und nach der Roman öffnet. Mir persönlich ging das alles zu langsam und der Lesespaß ging mir zu sehr verloren.

 

Fazit:

Nachtblumen beinhaltet eine sehr berührende Geschichte, die sich leider sehr langsam entfaltet und nach und nach den Schwung verliert. Zwar kann die Autorin sehr schön und einfühlsam erzählen, leider ist es an dieser Stelle einfach zu zäh geraten.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

Preis

Taschenbuch: 9,99 Euro

 

Verlag: RoRoRo
ISBN: 978-3-499-29108-1
Seitenzahl: 544

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
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4 Gedanken zu “Bartsch, Carina: Nachtblumen

  1. Liebe Vanessa,
    immer wenn ich das Buch irgendwo gesehen habe, kribbelte es in meinen Fingern. Das Thema reizt mich sehr 🙂 Ich werde es sicherlich auch lesen, trotz der Längen, die du erwähnst. Die Charaktere scheinen es mir wert zu sein 🙂 Und Sylt!
    Liebe Grüße,
    Anna

  2. Meine Arbeitskolleginnen haben das Buch auch gelesen und kamen beide zum gleichen Fazit. Ich wollte es mir erst ausleihen, aber ich glaube, ich ueberlege es mir nochmal! 😃

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