Russo, Richard: Ein Mann der Tat

Rezension Richard Russo – Ein Mann der Tat

 

Klappentext:

Eigentlich sollte das Memorial-Day-Wochende für alle Bewohner von North Barth eine Zeit der Ruhe und Besinnung sein. Aber in diesem Jahr ist es, als hätte jemand ungebeten die Büchse der Pandora geöffnet. Chief Raymer, der Leiter der Polizeidirektion, kollabiert auf einer Beerdigung, fällt ins offene Grab und verliert dabei das einzige Beweisstück dafür, dass seine Frau ihn betrogen hat. Die Wand eines Gebäudes, das der impotente Bauunternehmer Carl errichtet hat, stürzt ein. Sein ehemaliger Kontrahent Sully hat alle Hände voll damit zu tun, eine schwere Krankheit vor den Menschen, die er liebt, zu verheimlichen. Und zu allem Übel ist auch noch eine illegal gehaltene Giftschlange entwichen und irgendwo in den Straßen der Kleinstadt an der Ostküste unterwegs.
Chief Raymer, dem es eigentlich am liebsten ist, wenn die Dinge so bleiben, wie sie immer waren, wird aktiv: Er schreitet zur Tat, um wieder Ordnung in das verheerende Chaos zu bringen. Und um dem Mann auf die Schliche zu kommen, der ihn gehörnt hat. Aber auch die anderen Bewohner der Stadt müssen an diesem Wochenende Farbe bekennen und von ihren gewohnten Mustern abweichen …

Meinung:

Als ich letzes Jahr Diese gottverdammten Träume von Richard Russo las, war ich begeistert von der Art und Weise, wie der Autor erzählen kann. Umso größer war meine Freude, als ich entdeckte, dass ein neues Buch von ihm erschien: Ein Mann der Tat.

Wieder einmal nutzt Russo eine Kleinstadt als Kulisse, die ihre besten Zeiten schon hinter sich hat. Hier treffen wir auf den Polizeichef Raymer, einen eher etwas einfach gestrickten Mann, der immer noch an dem Tod seiner Frau zu knabbern hat. Denn diese stand im Begriff, sich von ihm zu trennen, als sie verunglückte und Raymer ist sich sicher, dass ein anderer Mann dahinter steckte. Sein Beweisstück: ein Garagentoröffner. Dummerweise verliert er diesen bei einer Beerdigung, als er in das Grab des Toten stürzt. Zeitgleich gibt es im Ort ein Beben, dass auch das Leben von anderen Bewohnern der Stadt nachhaltig beeinflussen wird, denn es werden hier Ereignisse los getreten, die so manche, oft unbequeme Wahrheit zu Tage fördern werden.

Ein Mann der Tat ist wieder einmal ein sehr umfangreiches Buch, denn der Autor lotet die Tiefen seiner Figuren gewissenhaft aus. Schließlich lebt die Geschichte ja von ihnen und macht ihren besonderen Charakter aus. Zwar braucht der Roman ein wenig, bis er in Fahrt kommt, denn Richard Russo muss weit ausholen, um alle Feinheiten herauszuarbeiten, dann aber ist das Buch nicht mehr zu Bremsen und ein Ereignis jagt das nächste.

Da die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird, erhält man als Leser ein klares Bild über die Geschehnisse und tiefe Einblicke in die Persönlichkeiten mit all ihren Fehlern und Schwächen. Wortgewandt und mit reichlich Witz lockert Richard Russo hier die doch dramatischen Ereignisse immer wieder auf, so dass man als Leser gerne an der Geschichte dranbleibt, Mutmaßungen anstellt und mit den Figuren fiebert. Übersetzt wurde der Roman von Monika Köpfer.

 

Fazit:

Richard Russo hat es wieder einmal geschafft, mich mit seinem erzählerischen Talent, zu begeistern. Zwar braucht der Roman ein wenig, um sich ganz zu entfalten, dann aber schlägt er mit voller Wucht ein und hält seine Leser atemlos an die Seiten gefesselt. Großartige Szenen und großartig ausgearbeitete Charaktere machen diesen Roman vielschichtig und lebensnah.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Preis

Gebunden: 26,00 Euro

 

Verlag: DuMont
ISBN: 978-3-8321-9842-8
Seitenzahl: 688
Übersetzer: Monika Köpfer

Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.
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