Little, Ashley: Niagara Motel

Rezension Ashley Little – Niagara Motel

 

Klappentext:

«Ich wurde in einem Waschsalon in Paris, Ontario, geboren. Wenn ihr Gina kennen würdet, wüsstet ihr, dass das gar nicht so merkwürdig ist. Gina ist meine Mutter. Sie sagt, sie ist Tänzerin. Sie meint damit, dass sie als Stripperin arbeitet. Und ab und an zieht sie das volle Programm durch, und dafür gibt es dann noch einen anderen Namen. Aber den darf ich nicht aussprechen.»
Tucker Malone ist elf Jahre alt. Zusammen mit Mutter Gina zieht er kreuz und quer durch Kanada, von Motel zu Motel. Tucker hat schon mehr von der Welt gesehen als die meisten Erwachsenen. Als Gina nach einem Unfall im Krankenhaus landet und Tucker im Jugendheim, beschließt er, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, endlich seinen Vater zu finden. Zusammen mit Meredith, sechzehn und schwanger, macht er sich auf die Reise in die USA, denn dort vermutet Tucker seinen Vater. Auf dem Highway Richtung Süden begegnen ihnen Glücksritter, Verrückte und Beladene. Und alle sind sie auf der Suche…

Meinung:

Der 11-jährige Tucker Malone ist mit seiner Mutter Gina schon viel herum gekommen. Kreuz und Quer durch die USA und Kanada, hält es die beiden nie lange an einem Ort. Nun sind sie an den Niagara Fällen angelangt, als Gina verunglückt und für längere Zeit ins Krankenhaus muss. Tucker kommt in einem Jugendheim unter und lernt dort die schwangere 16-jährige Meredith kennen. Tucker hat Angst, dass er irgendwann mal alleine dasteht, deshalb beschließt er, seinen Vater zu suchen und nimmt Meredith gleich mit. Gemeinsam machen die zwei sich auf den Weg quer durch die USA und begegnen dabei so einigen merkwürdigen Gestalten.

Tucker hat nicht lange gebraucht, um mein Herz für sich zu gewinnen. Der etwas altklug wirkende Knirps hat nicht nur unheimlich viel Weitblick, auch seine pragmatische Art macht ihn sehr speziell. Und auch wenn Ginas Lebensstil nicht gerade orthodox ist, so merkt man ihr an, wie wichtig doch ihr Sohn für sie ist. Auch Meredith mochte ich gerne und jedes einzelne Schicksal hat mich hier sehr berührt. Die Figuren sind mitunter oft skurril, weisen aber oft bekannte Strukturen auf, in denen man sich selber oder andere Menschen wiedererkennen kann.

Überhaupt entpuppt sich Niagara Motel als ein sehr kurzweiliges Buch, das bereits ab der ersten Seite den Leser zu fesseln vermag. Es ist berührend und witzig geschrieben, hält aber auch einige Momente bereit, in denen ich echt schlucken musste und die mich in ihrer Dramatik getroffen haben. Einziger Wermutstropfen in diesem Buch war für mich, dass die Handlung zum Ende hin etwas zu abstrus wurde und ein wenig an seiner Glaubwürdigkeit verloren hat. Doch darauf hat die Autorin bereits zu Beginn des Romans hingewiesen, ich hätte die Warnung also ernster nehmen müssen 🙂

 

Fazit:

Niagara Motel ist ein sehr berührender, witziger, aber auch manchmal dramatischer Roadtrip durch die USA, der mit seinen skurrilen Figuren zu unterhalten weiß und eine schöne Mutter-Kind-Liebesgeschichte beinhaltet.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

Preis

Klappenbroschur: 16,99 Euro

 

Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 978-3-499-29083-1
Seitenzahl: 272
Übersetzer: Katharina Naumann

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
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4 Gedanken zu “Little, Ashley: Niagara Motel

  1. Hi Vanessa,
    und wieder ist (schwupps) ein Buch auf meiner Wunschliste gelandet. Ich liebe Geschichten wie diese! Es erinnert mich an „Hallo Leben, hörst du mich?“ – auch ein Roman über einen altklugen Jungen auf der Suche nach seinem Vater. Herrlich! Kennst du es?
    Liebste Grüße,
    Anna

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