Kidd, Jess: Der Freund der Toten

Rezension Jess Kidd – Der Freund der Toten

 

Klappentext:

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören …

Meinung:

Wir befinden uns in Irland, mitten in den 1970er Jahren und begleiten den jungen Mahony, der in das Dorf seiner Mutter zurückkehrt. Diese verschwand 1950 von einem Tag auf den anderen, Mahony selber wuchs im Waisenhaus auf und nun kehrt er zurück, um herauszufinden, was mit seiner Mutter geschah. Doch seine Ankunft wird nicht von allen Einwohnern gerne gesehen. Und so kommen nach und nach alte Geschichten wieder ans Tageslicht und die Emotionen und unterdrückte Gefühle kommen hoch, nicht immer zum besten der Beteiligten.

Ich bin ja eigentlich nicht so der Krimi-Fan. Aber an dieser Geschichte hat mich einfach gereizt, dass es hier nicht um einen typischen Ermittler-Krimi geht, sondern persönlichere Motive im Vordergrund stehen. Hier ist keiner fehlerlos und es gibt keinen klassischen Ermittler, sondern die Geschichte rekonstruiert sich aus den Ereignissen rund um das Auftauchen von Mahony. Alte Gefühle kochen hier hoch, alte Geschichten werden zurück in Erinnerung gebracht und das stimmige Miteinander der Figuren macht richtig viel Spaß beim Lesen.

Man merkt dem Roman an, dass er von seinen wirklich gut ausgearbeiteten Charakteren lebt. Hier ist nichts schwarz auf weiß, weder bei den Lebenden, noch bei dem Toten. Und auch wenn die Grundthematik eher tragisch und spannend ist, so finden sich hier aber auch viele verrückte Momente und kauzige Figuren wieder, die die Geschichte auflockern und so das Lesen zu einem spannenden und unterhaltsamen Vergnügen machen. Das Rätseln, wer nun letztendlich für das Verschwinden von Mahonys Mutter verantwortlich ist, fesselt einen an den Roman, der neben den verrückten Figuren auch so manche Überraschung bereit hält.

 

Fazit:

Ein rundum gelungener Krimispaß, der ohne nervigen Ermittler auskommt, dafür viel Humor und einigem Spuk bietet und eine gut durchdachte, fesselnde Geschichte bereit hält.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Preis

Gebunden: 20,00 Euro

 

Verlag: DuMont Buchverlage
ISBN: 978-3-8321-9836-7
Seitenzahl: 384
Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel

Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.
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