Lee, Mackenzie: Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentleman

Rezension Mackenzie Lee – Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentleman

 

Klappentext:

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

Meinung:

Henry Montague hat es faustdick hinter den Ohren. Gibt es einen Skandal, ist er bestimmt darin verwickelt. Als Monty auf Cavaliersreise gehen soll, stellt sein Vater ihm ein Ultimatum: Benimm dich standesgemäß, oder du wirst enterbt! Doch Monty kann nun mal nicht aus seiner Haut und so passiert es, dass er auf seiner ersten Station der Reise splitterfasernackt vom französischen Königshof spaziert. Ihr Protegee Lockwood will die Reise abbrechen, doch zuerst gilt es noch, Montys Schwester Felicity auf die Mädchenschule in Marseille zu bringen. Doch Monty, sein Freund Percy und Felicity werden auf den Weg dorthin überfallen und von Lockwood getrennt. Ein Abenteuer bahnt sich an, in dessen Verlauf sie nicht nur auf Wegelagerer und Piraten, sondern auch auf so manch zwielichtige Gestalt und falschen Freund treffen werden.

Mittlerweile kommt es eher selten vor, dass ich zu einem historischen Roman greife. Umso erfreulicher ist es dann, wenn man eine kleine Überraschung in den Händen hält. So ging es mir auch mit Cavaliersreise (Von diesem Begriff hatte ich bis Dato so noch nicht gehört und musste erst mal nachschlagen, worum es sich dabei handelt). Montys Geschichte zog mich von der ersten Seite an in ihren Bann. Seine Figur fesselt und erinnert anfangs an einen jungen Casanova, leicht rebellisch, den schönen Dingen im Leben zugewandt, auf der Suche nach Liebe und Spaß, ohne Zwänge und Standesregeln. Doch Monty muss feststellen, dass ein Ausbruch aus den elitären Kreisen nicht so einfach ist und auch Konsequenzen für andere Personen nach sich zieht, die ihm nahe stehen. Mackenzie Lee hat sehr einfühlsam und geschickt ihre Charaktere ausgebaut, bringt diese lebensnah rüber und spricht damit auch jüngere Leser als mich an. Auch die Nebenfiguren überzeugen und runden die Geschichte ab.

Inhaltlich ist der Roman gut recherchiert, sprachlich an die moderne Zeit angepasst und sehr schön übersetzt von Gesine Schröder. Es macht unheimlich viel Spaß, Montys Abenteuer zu verfolgen und ich war beeindruckt, wie gekonnt die Autorin wichtige Themen unterhaltsam in diesen Roman unterbringt. Somit bietet das Buch nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch sehr viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Monty erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive, so dass man einen sehr guten Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt erhält.

 

Fazit:

Cavaliersreise ist ein richtig schönes Jugendbuch, abenteuerlich, witzig, spannend und unterhaltsam. Aber es stimmt auch nachdenklich, bietet viel Stoff zum Diskutieren und ist historisch gut recherchiert. Die Reise mit Monty, Percy und Felicity sollte man unter keinen Umständen entgehen lassen 😉

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

 

Preis

Gebunden: 19,99 Euro

 

Verlag: Königskinder
ISBN: 978-3-551-56038-4
Seitenzahl: 496
Übersetzer: Gesine Schröder

Quelle: https://www.carlsen.de/hardcover/cavaliersreise-die-bekenntnisse-eines-gentlemans/81198

Vielen Dank an den Königskinder Verlag für das Rezensionsexemplar.
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