Josten, Husch: Hier sind Drachen

Rezension Husch Josten – Hier sind Drachen

 

Klappentext:

14. November 2015: Am Morgen nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris macht sich die Reporterin Caren auf den Weg in die französische Hauptstadt. Doch ihr Flug verzögert sich, die Lage ist angespannt, am Heathrow Airport herrscht nach einem anonymen Anruf Alarmbereitschaft. Die bedrohliche Situation und wachsende Nervosität der Sicherheitsbeamten bringen Carens älteren Sitznachbarn allerdings nicht aus der Ruhe, stoisch liest er weiter in Wittgensteins »Tractatus«. Der gleichermaßen unbefangene wie charismatische Philosoph und Zufallsforscher verwickelt Caren, mit deren Gelassenheit es seit Monaten nicht zum Besten steht, in ein faszinierendes Gespräch. Und offeriert ihr dabei – zufällig oder absichtsvoll? – die unmögliche Geschichte, nach der die Journalistin ihr Leben lang gesucht hat.

Meinung:

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen Terroranschlag unmittelbar mitzuerleben? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies einem mehrmals passiert? Was löst das bei einem Menschen aus?

Dieses eigentlich sehr unwahrscheinliche Szenario passiert in Hier sind Drachen der Protagonisten Caren. Bereits bei den Anschlägen von New York auf das World Trade Center 2001 hielt sie sich in der Stadt auf, ebenso bei den Anschlägen in Boston und auf das Satire Magazin Charlie Hebdo. Doch all diese eigentlich traumatischen Ereignisse konnte  Caren bisher gut verarbeiten. Nun nach Charlie Hebdo setzen bei ihr Panikattacken ein. Doch was hat sich seitdem für sie geändert? Liegt es daran, dass sie selber Journalistin ist? Am Tag nach den Anschlägen im November 2015 in Paris sitzt Caren in London auf dem Flughafen, um nach Paris zu reisen. Eine Verzögerung des Flugs und eine unerwartete Begegnung sorgen dafür, dass sie sich mit sich und ihrem Leben auseinander setzen muss.

Husch Josten hat hier ein interessantes Gedankenspiel gestartet und sich stark mit dem Thema Terrorismus und seine Auswirkungen auf den Menschen beschäftigt. Sie blickt in die Menschen hinein, zeigt Gedanken, Ängste, Sehnsüchte und Wünsche betroffener Menschen auf und folgt interessanten Ansätzen, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Aber nicht nur das Thema Terror steht hier im Fokus, auch ihre Hauptfigur Caren wird einer genauen Analyse unterzogen. Denn in Carens Leben ist nicht alles so einfach. Ihr Freund hat eine feste Partnerin, deren Existenz Caren ohne Probleme duldet, muss sie sich doch nicht allzu sehr auf ihn festlegen und in ihrer Freiheit einschränken lassen. Denn Carens Beruf geht ihr scheinbar über alles und gerade das Thema Terrorismus setzt einen ihrer Recherche-Schwerpunkte in ihrer Karriere. Carens Figur ist komplex und vielschichtig aufgebaut, interessant, aber auch manchmal schwer greifbar und nicht immer sympathisch. Aber gerade das hat diesen Charakter so spannend gemacht und für Kurzweile im Roman gesorgt.

Denn kurzweilig ist dieses Büchlein alle mal. Flüssig geschrieben und mit überraschenden Wendungen, hat das Buch für einige spannende und unterhaltsame Lesestunden gesorgt. Die zum Teil recht langen Kapitel fielen bei der fesselnden und aktuellen Thematik kaum auf.

 

Fazit:

Husch Josten spielt in ihrem Roman viele Gedankengänge rund um das Thema Terrorismus nach, regt ihre Leser zum Nachdenken an und kann mit einer überraschenden Geschichte richtig fesseln. Denn nicht nur das Thema Terror steht hier im Vordergrund, sondern auch die Entwicklung einer Frau und das Verlassen von eingefahrenen Wegen.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

 

Preis

Gebunden: 16,00

 

Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1348-4
Seitenzahl: 160

Quelle: https://www.piper.de/buecher/hier-sind-drachen-isbn-978-3-8270-1348-4

Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.
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