Danticat, Edwidge: Kein anderes Meer

Rezension Edwidge Danticat – Kein anderes Meer

 

Klappentext:

Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.

Kein anderes Meer

Meinung:

Die kleine Claire lebt mit ihrem Vater in der haitianischen Stadt Ville Rose. Das Leben des Mädchens ist entbehrungsreich, die Schule kann sie nur dank eines Stipendiums besuchen und ihr verarmter Vater wünscht sich ein besseres Leben für sein kleines Mädchen, dass die Mutter schon viel zu früh verlor. Deshalb bittet er die Tuchhändlerin Gaëlle, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Diese willigt an Claires 7. Geburtstag ein, doch Claire scheint mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein und verschwindet. Claires Verschwinden beeinflusst aber anscheinend nicht nur ihr Leben, sondern auch das, andere Menschen. Und so greifen die einzelnen Schicksale nach und nach ineinander.

Liest man den Klappentext, erwartet man, dass in diesem Roman Claire im Mittelpunkt steht. Zwar ist sie ein wichtiger Teil des Buchs, aber auch die Leben anderer Protagonisten setzen hier den Rahmen des Romans. Dabei arbeitet die Autorin deren jeweilige Schwächen und Stärken behutsam hervor, ohne deren Handlungen zu bewerten. So entfaltet sich hier ein zartes Bild über die Menschen in Haiti, ihre Hoffnungen und Träume.

Auch der Schreibstil, übersetzt von Katrin Razum, bleibt leicht und einfühlsam, entfaltet einen zarten Zauber und lässt den Leser durch diese zwar traurige, aber auch bewegende Geschichte gleiten. Seite um Seite eröffnet sich hier eine zauberhafte Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzen Seite fasziniert hat. Da fielen die zum Teil recht langen Kapitel kaum mehr auf. Die Autorin zeichnet ein detailliertes Bild ihrer Szenen, so dass man sich die Stadt Ville sehr gut bildlich vorstellen kann. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, wobei der Blickwinkel auf pro Kapitel auf eine jeweils eine Person gerichtet wird, wie z. B. Claires Vater oder die Tuchhändlerin.

 

Fazit:

Kein anderes Meer hat mich fasziniert und bewegt, so zauberhaft und behutsam für Edwidge Danticat ihre Leser in dieses leise, aber schöne Buch. Eine interessante Geschichte über Verlust, Familie und den Tod, die doch voller Leben steckt.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

 

Preis

Taschenbuch: 9,99 Euro

 

Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-7466-3287-2
Seitenzahl: 256
Übersetzer: Kathrin Razum

Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/kein-anderes-meer.html

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.
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4 Gedanken zu “Danticat, Edwidge: Kein anderes Meer

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