Dyer, Geoff: Aus schierer Wut

Rezension Geoff Dyer – Aus schierer Wut

 

Klappentext:

Ehrfurcht ist die Mutter aller Schreibblockaden. Das bekommt auch Geoff Dyer zu spüren, als er sein nächstes Buch angeht: eine Studie über sein Vorbild D. H. Lawrence, den Schöpfer der ›Lady Chatterley‹. Schon das Notizenmachen will nicht gelingen. Also versucht er es mit einem Roman. Den wollte er ohnehin schreiben. Aber wie soll er das schaffen, wenn er nicht einmal weiß, wo er wohnen will? Vielleicht könnte er mit seiner Freundin in Rom sesshaft werden. Oder aber ein wenig herumreisen. Aber auf der griechischen Insel Alonissos ist es einfach zu ruhig zum Arbeiten. Und auf Sizilien will erst mal seine Abneigung gegen Meeresfrüchte verarbeitet werden …
›Aus schierer Wut‹ ist das Porträt eines Autors in einer Schaffenskrise – klug, sprachmächtig und so komisch, dass es einem vor Lachen die Tränen in die Augen treibt. Gequält, gleichermaßen beschwingt und übellaunig reist Geoff Dyer durch die Welt, erzählt von seiner Unfähigkeit, ein Projekt zu Ende zu führen, geschweige denn eines zu beginnen, und lässt doch wie durch ein Wunder dieses Buch vor unseren Augen entstehen. Über alles und nichts hat noch niemand so scharfsinnig, treffsicher und vergnüglich geschrieben.

Aus schierer Wut

Meinung:

Geoff Dyer hat große Ziele. Er möchte eine Studie über sein großes Vorbild D. H. Lawrence verfassen. Pläne hat er jede Menge, doch die Umsetzung seines Werks scheitert an seiner Schreibblockade. Egal welchen Weg er versucht zu wählen, immer wieder steht er sich und seiner Motivation im Wege. Und an Ausreden mangelt es Dyer nicht, um sein Werk hinauszuzögern.

Geoff Dyer hat es mir diesem Werk nicht einfach gemacht. Auf der einen Seite war es faszinierend zu lesen, wie es einem Menschen in einer Schaffenskrise ergeht. Auf der anderen Seite haben mich die ständigen Wiederholungen schier Wahnsinnig gemacht. Auch wenn Dyer viele Ortswechsel einbringt, so bleiben seine Ausflüchte immer die gleichen, warum er die Studie nicht anfangen oder weiterschreiben kann. Das wurde auf die Dauer sehr ermüdend.

Ich musste das Buch oft pausieren und konnte es nicht an einem Stück lesen, aber trotz all der anstrengenden Passagen im Roman, sind auch sehr viele nahe Momente darin enthalten, in denen man den Autor voll und ganz verstehen kann und fühlt, wie ihn die Blockade mitnimmt. Trotzdem hat das die zahlreichen Wiederholungen nicht ganz wett machen können, denn auch Dyers Erzählstil, hier übersetzt von Stephan Kleiner, wird dadurch anstrengender wie erhofft.

Einzelne Kapitel finden sich im Roman nicht, nur Absätze unterteilen hier die Geschichte. Auch das hat das Lesens anstrengend gemacht und bei mir öfter zum Beiseitelegen des Buchs geführt. Da Dyer hier einen sehr persönlichen Bericht geschrieben hat, liest man seine Erfahrungen aus der Ich-Perspektive. Ihr merkt schon, man muss ein wenig Geduld für den Roman mitbringen, denn auch wenn hier einige Faktoren das Lesevergnügen eingetrübt haben, schlecht ist der Roman keinesfalls und es finden sich auch viele wirklich witzige und menschliche Momente im Buch. Man muss hier nur ein wenig Durchhaltevermögen an den Tag legen und sich auf die Geschichte einlassen können.

 

Fazit:

Aus schierer Wut ist ein beeindruckendes Buch, aber auch ein schwieriges. Es gab Stellen, wo ich aufgeben wollte, da der Autor sich unheimlich oft wiederholte und es scheinbar keinen Fortschritt gab, aber es gibt auch so viele menschliche und heitere Momente im Roman, die die Längen aufwerten.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

3 Punkte

 

Preis

Gebunden: 24,00 Euro

 

Verlag: DuMont Buchverlage
ISBN: 978-3-8321-9844-2
Seitenzahl: 304
Übersetzer: Stephan Kleiner

Quelle: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/dyer-aus-schierer-wut-9783832198442/

Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.
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