Fröhlich, Alexandra: Gestorben wird immer

Rezension Alexandra Fröhlich – Gestorben wird immer

 

Klappentext:

Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.

Gestorben wird immer von Alexandra Froehlich

Meinung:

Mit ihren 91 Jahren merkt Agnes, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleiben wird. Um sich mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen bittet sie ihre Enkelin Birte, die Familie zu versammeln. Kein einfaches Unterfangen für Birte, ist die Familie doch zum Teil untereinander zerstritten und auch zu ihrer eigenen Mutter Magda hat sie keinen Kontakt mehr. Doch Birte tut, worum sie gebeten wurde und muss sich so auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Im Fokus des Buchs stehen Agnes und Birte, sowie Magda. Alle Frauen tragen Wunden aus der Vergangenheit mit sich herum, die sich in den unterschiedlichsten Formen auf ihre Persönlichkeiten auswirken. So ist Birte teils recht schroff, aber auch sehr strebsam und ehrgeizig. Auch Agnes ist ehrgeizig, hält die Zügel fest in der Hand und führt das Familienunternehmen konsequent und scheinbar rücksichtslos. Magda dagegen ist sehr verloren und eigenartig, menschliche Interaktionen fallen ihr schwer. Alle Charaktere, seien es Haupt- oder Nebenfiguren, sind authentisch und mit genügend Tiefe ausgearbeitet. Zwar hat mir Birtes schroffe Art manchmal etwas zu schaffen gemacht, doch die Figur bleibt sich treu und auch das sollte man honorieren.

Kapitelweise wechseln sich in diesem Buch die Zeitebenen ab. Die Geschichte beginnt im Jahr 2008, um dann im nächsten Kapitel in die 70er Jahre zu wechseln und im dritten dann in den 1930er Jahren anzukommen. Dieses Muster zieht sich durch das ganze Buch. So erhält man als Leser nach und nach ein genaues Bild über die Familiengeschichte – und Geheimnisse und erfährt, wie die Ereignisse aus der Vergangenheit immer noch in der Gegenwart nachhallen. Die Zeitsprünge sind übersichtlich und verwirren nicht, die Erzählweise ist der jeweiligen Erzählperspektive angepasst, was dafür sorgt, dass man sich den Charakteren noch näher fühlt. Historisch interessant und fesselnd erzählt kann das Buch bis zur letzten Seite den unterhalten. Und das große Familiengeheimnis bleibt auch recht lange Zeit eins, was für zusätzliche Spannung im Roman sorgt.
Erzählt wird der Roman in der dritten Person, die Kapitel haben eine übersichtliche Länge und die Sichtweise wechselt zwischen Birte, Agnes und Magda.

 

Fazit:

Gestorben wird immer ist eine gut ausgearbeitete und kurzweilige Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, die zeigt, wie sich die Vergangenheit auch auf die Gegenwart aus- und nachwirkt. Zwar waren die Protagonisten nicht immer einfach und manchmal etwas nervig, dafür aber blieben sie ihren Charakterzügen treu.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

4 Punkte

 

Preis

Klappenbroschur: 13,00 Euro

 

Verlag: Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-10001-0
Seitenzahl: 336

Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Gestorben-wird-immer/Alexandra-Froehlich/Penguin/e496255.rhd

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.
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3 Gedanken zu “Fröhlich, Alexandra: Gestorben wird immer

  1. Tolle Rezension! Der Inhalt klingt sehr interessant.
    Und Zeitwechsel finde ich eigentlich immer super, so hat man einen differenzierten Einblick in die Geschichte der Charaktere.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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