Collins, Phil: Da kommt noch was – Not dead yet

Rezension Phil Collins – Da kommt noch was: Not dead yet

 

Klappentext:

Nur drei Musiker weltweit haben als Solokünstler und mit ihrer Band jeweils über 100 Millionen Tonträger verkauft – Phil Collins ist einer von ihnen. »Another Day in Paradise«, »You Can’t Hurry Love«, »One More Night«, »Sussudio« – große Songs mit großen Geschichten. Mit »In the Air Tonight« etwa hat der Ausnahmemusiker das Ende einer seiner drei Ehen in einen zeitlosen Hit verwandelt. Überhaupt – dieses Leben! Phil Collins erzählt rückhaltlos alles: von einem Filmdreh mit den Beatles, von Sessions mit Eric Clapton, Tina Turner und Adele, von der großen Zeit mit Genesis und davon, wie er auf einer Tournee heiratet, um sich später via Fax wieder scheiden zu lassen – und Jahre darauf gänzlich im Alkohol zu ertrinken. Phänomenale Höhen wie bizarre Tiefen: In diesem Buch ruft jede Zeile: »Take a Look at Me Now!«

Da kommt noch was - Not dead yet von Phil Collins

Meinung:

Phil Collins und Genesis zählen schon seit meiner Kindheit zu meinen Lieblingskünstlern und -bands. Keine Party bei uns, ohne dass nicht ein oder zwei Stücke von Collins/Genesis gespielt werden. Somit kann ich eigentlich behaupten, dass Phil Collins mein Leben bedeutend geprägt hat, oder? Umso gespannter war ich, als ich im Frühjahr dann in den Vorschauen entdeckte, dass Phil Collins eine Biografie geschrieben hat.

Viel hat er erlebt, einige Stationen seines Lebens sind einem schon, dank der Boulevardpresse, bekannt. Und doch gibt es viel zu entdecken in diesem Buch. Mit dem Wunsch beseelt, sich einiges von der Seele zu reden erzählt Phil Collins hier, wie er zu dem wurde, der er ist. Über seine Kindheit, Jugend, die Anfänge seiner Musik-Karriere, Genesis bis hin zu seiner Solo-Karriere, chronologisch darf man als Leser durch die Jahrzehnte reisen.

Collins Tonfall ist dabei sehr humorvoll bis selbstironisch, und man erhält den Eindruck, dass Collins hier viel Verständnis für seine Mitmenschen mitbringt. So ist er an keiner Stelle anmaßend oder ausfallend, schwärzt niemanden unnötig an und versucht, weitestgehend objektiv zu sein. Manchmal kam ich aber mit seinen Gedankengängen, denn er erzählt in der Ich-Perspektive, nicht immer mit, so dass ich öfters die Passagen zweimal lesen musste, bis sich mir der ganze Sinn erschloss. Stellenweise ist er einfach zu sprunghaft, dafür habe ich viel Neues über ihn erfahren.

Was man dem Buch ebenfalls stark anmerkt ist, dass ihm relativ wenig Zeit zum Schreiben, bzw. Überarbeiten gegeben wurde. Collins stellt schon recht früh seine Gründe dar, warum er seine Geschichte erzählen will, was den Schluss nahelegt, dass er sich im Frühjahr daran gemacht hat, alles niederzuschreiben. Und das dieses Buch eiligst übersetzt wurde, fällt leider auch auf, denn es haben sich hier einige Fehler eingeschlichen, die Übersetzer und Lektorat nicht gefunden haben. So findet man an hier vereinzelt „zerhackstückelte“ Sätze, die keinen Sinn ergeben und durchs Lektorat gerutscht sind. Normalerweise bin ich ein nachsichtiger Mensch und sehe gerne mal über einen Schreibfehler in einem Buch hinweg, in diesem Fall aber scheint man das Buch schnellstmöglich zur Buchmesse auf den Markt gebracht haben zu wollen, so dass eine sorgfältigere Überarbeitung leider auf der Strecke blieb. Schade. Ich hoffe, dass man bei künftigen Auflagen vielleicht noch einmal drüber liest?*

Ansonsten ist die Biografie schön aufgemacht, enthält sehr viele Privatfotos und ein umfangreiches Personenregister. Die Kapitel haben eine solide Länge und alles in allem macht die Zeitreise schon Spaß, besonders wenn man liest, wen Phil Collins in seinem Leben so alles kennen gelernt hat. Und neben den ersten Passagen weiß Phil Collins auch mit einigen lustigen Anekdoten zu unterhalten.

 

Fazit:

Phil Collins Autobiografie ist auf der einen Seite beeindruckend und auf der anderen Seite ärgerlich. Viel zu viele Fehler im Buch trüben den Lesespaß ein, Collins Gedankensprünge gingen mir manchmal ein wenig zu schnell, aber es war auch interessant, seinen Lebensweg nachzulesen. Und sympathisch bleibt der Musiker in seinem Buch auch.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

3 Punkte

 

Preis

Gebunden: 24,99 Euro

 

Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-20121-7
Seitenzahl: 528
Übersetzer: Henning Dedekind und Heike Schlatterer

Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Da-kommt-noch-was-Not-dead-yet/Phil-Collins/Heyne/e507581.rhd

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

*Mir lag die 2. Auflage des Buchs vor.

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