Johansson, Lars Vasa: Anton hat kein Glück

Rezension Lars Vasa Johansson – Anton hat kein Glück

 

Klappentext:

Holla, die Waldfee
Ein Anruf seiner Eltern und eine E-Mail vom Elektrodiscounter sind die einzigen Glückwünsche, die Anton zu seinem 45. Geburtstag erhält. Aber der grummelige Berufszauberer mag Menschen sowieso nicht besonders. Seit Jahren tingelt er mäßig erfolgreich mit seinen Auftritten von Altersheim zu Einkaufszentrum. An und für sich würde ihn all das gar nicht stören. Wäre da nicht sein Erzfeind Sebastian, der mit seiner spektakulären Zaubershow in ganz Schweden Erfolge feiert. Ausgerechnet mit Charlotta an seiner Seite, Antons Ex-Freundin.
Früher waren Anton und Sebastian befreundet und haben gemeinsam gezaubert, nun sieht Anton überall die riesigen Plakate, die Sebastians und Charlottas Tournee ankündigen und auf denen groß in silbernen Buchstaben Together in Magic Forever steht. Es liegt auf der Hand: Für Anton läuft es nicht gut. Im Grunde läuft es überhaupt nicht. Aber niemand ist besser darin als er, sich das Leben schönzureden. Bis er sich eines Nachts im Wald verirrt und ein seltsames Mädchen trifft. Danach scheint Anton plötzlich vom Pech verfolgt zu werden. Als ernsthafter Zauberer glaubt Anton natürlich nicht an Magie. Aber langsam dämmert ihm, dass er etwas an seinem Leben ändern muss…

Anton hat kein Glück

Meinung:

Anton hat Geburtstag. Er ist 45 geworden und hat keinen Menschen, der mit ihm feiert. Aber was soll’s, feiert er halt allein. Außerdem muss er ja noch seinen Auftritt in einem Altersheim über die Bühne bringen, schließlich verdient er als Magier seine Brötchen. Der Auftritt verläuft mehr schlecht als recht, ist das Publikum doch äußerst undankbar, zu mindestens aus Antons Sicht. Und als er dann auf noch auf dem Heimweg mitten im Wald ein Sofa anfährt, ist Antons Stimmung endgültig im Eimer. Auf der Suche nach Hilfe begegnet er im Wald einem kleinen Mädchen, das ihn bittet, mit ihm Blumen zu pflücken. Für derlei Späße hat Anton aber nun absolut keine Zeit, und so handelt er sich einen Unglücks- und Todesfluch von dem kleinen Mädchen ein, schließlich ist sie eine Waldfee. Fortan ist Anton von Pech geplagt und er muss irgendwann einsehen, dass er Hilfe braucht. Hilfe brauchen auch die Bewohner des Waldes, die Anton versprechen, wenn er drei Aufgaben erledigt, ihn von dem Fluch zu befreien. Anton muss sich auf seiner Mission einigen unangenehmen Fragen stellen, besonders seine Person betreffend. Ob er die Aufgaben erledigen kann und von dem Fluch befreit wird?

Es wundert einen nicht, dass Anton verflucht wird, denn er ist wirklich kein sehr umgänglicher Zeitgenosse. Von Neid zerfressen, ständig am Nörgeln, egoistisch und pedantisch. Anton kann man nichts rechts machen und eigentlich sollte ihm immer das Glück zufallen. Das ist zumindest einer seiner Standpunkte, mit denen er sich bei seinen Mitmenschen nicht wirklich beliebt macht. Beim Leser auch nicht unbedingt, denn er ist einfach ziemlich anstrengend. Aber Anton hat mir auch ein wenig leidgetan, sind seine Eltern doch recht kühl ihm gegenüber und die Ansprüche, denen er gerecht werden soll, doch sehr hoch. Insgesamt weisen die Protagonisten im Buch einen sehr typischen, schwedischen Stil auf. Wer also schon Bücher a’la Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand mochte, wird sich hier mit den Charakteren wieder gut aufgehoben fühlen. Mir selber war Anton manchmal etwas zu nervig und überheblich, mit den Nebencharakteren aber hatte ich viel Spaß.

Die Handlung selber ist originell, witzig bis abstrus, und gut durchgearbeitet. Der Erzählstil ist flüssig und unterhaltsam und bringt einem oft zum Schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen. Die kurzen Kapitel sorgen ebenfalls für einen guten Lesefluss und machen das Buch sehr kurzweilig. Die Szenen sind schön ausgearbeitet und man erhält ein genaues Bild über die Umgebung und die Umstände. In Rückblick-Kapitel erfährt man neben der eigentlichen Handlung auch mehr über Antons Vergangenheit, so dass man die Figur besser versteht und nachvollziehen kann, warum Anton so ist, wie er ist. Anton erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive und lässt und so teil an seinem Leben und Vorstellungen haben.

 

Fazit:

Anton hat kein Glück weiß durchaus zu unterhalten, hat aber auch einen sehr anstrengenden Protagonisten, den man nicht direkt ins Herz schließen kann. Aber es macht Spaß, Antons Unglücksserie zu verfolgen und seinen Weg der Läuterung zu begleiten. Wer Bücher mit schwedischem Humor mag, wird sich hier gut aufgehoben fühlen.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

4 Punkte

 

Preis

Gebunden: 19,95 Euro

 

Verlag: Wunderlich Verlag
ISBN: 978-3-8052-0387-6
Seitenzahl: 416
Übersetzer: Ursel Allenstein; Antje Rieck-Blankenburg

Quelle: http://www.rowohlt.de/hardcover/lars-vasa-johansson-anton-hat-kein-glueck.html

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
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3 Gedanken zu “Johansson, Lars Vasa: Anton hat kein Glück

  1. Pingback: Monatsrückblick November 2016 | Vanessas Bücherecke

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