Yoshimoto, Banana: Lebensgeister

Rezension Banana Yoshimoto – Lebensgeister

 

Klappentext:

Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat das Zwischenreich der Geister betreten und Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie allmählich das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewiss­heiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig und geheimnisvoll das Diesseits ist.

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Meinung:

Ich muss gestehen, es war mein erstes Buch von Banana Yoshimoto, aber allein der Klappentext hatte mich angesprochen und so klappte ich neugierig dieses Buch auf und war auch bald in diesem Versunken.

Sayoko wird in einen einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, bei dem ihr Freund sein Leben verliert. Auch Sayoko ist schwer verletzt und befindet sich für kurze Zeit auf der Schwelle zwischen Leben und Tod. Dort trifft sie auf ihren Großvater und ihren über alles geliebten Hund. Zurück im wirklichen Leben steht ihr ein langer Weg der Genesung bevor. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Außerdem kann Sayoko seit dem Unfall Geister sehen, die ihren Heilungsprozess ebenfalls beeinflussen. Nach und nach findet Sayoko ihren Weg zurück uns Leben.

Sayoko erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive. Dadurch erhält man als Leser einen sehr guten Eindruck über ihr Wesen und ihre Gefühle. Sind diese anfangs noch etwas verwirrend, klären sie sich nach und nach und man spürt als Leser, wie Sayoko immer ruhiger wird und zu sich findet, wie sie den Unfall und den Verlust ihres geliebten Freundes verarbeitet. Mir hat ihre Charakterisierung sehr gut gefallen. Auch die wenigen Nebenfiguren im Buch werden ihren Rollen ausreichend gerecht, so dass die Figurenentwicklung zu einer runden Sache wird.

Trotz des sehr traurigen Starts ist das Buch überaus lebensbejahend und es ist wahnsinnig berührend, wie Sayoko ihr seelisches Gleichgewicht wieder findet, mit der Vergangenheit abschließt und einer neuen Zukunft entgegenblickt. Thomas Eggenberg hat eine wundervolle Sprache für Banana Yoshimotos Geschichte gefunden, immer wieder kurze Erklärungen in Fußnoten eingefügt und einem somit die japanische Kultur ein wenig näher gebracht. Die bildhafte Sprache zauberte direkt ein Bild von Kyoto und der Umgebung vor mein geistiges Auge. Einzelne Kapitel finden sich nicht im Buch, die Abschnitte sind aber gut unterteilt und haben eine angenehme Länge. Trotz der relativen Kürze des Romans habe ich jeden einzelnen Satz mit Bedacht und Genuss gelesen, einfach um diese schöne Atmosphäre im Buch so lange wie möglich beizubehalten.

 

Fazit:

Lebensgeister hat ein sehr trauriges Thema, das aber unheimlich schön und lebensbejahend erzählt wird. Statt Schwermut entfaltet sich Leichtigkeit beim Lesen und man beendet die Lektüre mit einen rundum zufriedenen Gefühl. Ein leises, aber unheimlich schönes Buch.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

5 Punkte

 

Preis

Klappenbroschur: 15,00 Euro

 

Verlag: Diogenes Verlag
ISBN: 978-3-257-30042-0
Seitenzahl: 160
Übersetzer: Thomas Eggenberg

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/titel/banana-yoshimoto/lebensgeister-9783257300420.html

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.
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2 Gedanken zu “Yoshimoto, Banana: Lebensgeister

  1. Pingback: Monatsrückblick Oktober 2016 | Vanessas Bücherecke

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