Sendker, Jan-Philipp: Das Flüstern der Schatten

Rezension Jan-Philipp Sendker – Das Flüstern der Schatten

 

Klappentext:

Seit dem tragischen Tod seines Sohnes lebt Paul auf einer kleinen Insel vor Hongkong. Er hängt seinen Erinnerungen nach und meidet Kontakt zu anderen Menschen. Auch die engelsgleiche Geduld und das Liebeswerben von Christine Wu prallen an ihm ab. Als Paul die Bekanntschaft einer Amerikanerin macht, deren Sohn in China ermordet wurde, rührt ihre Verzweiflung über den Verlust an seinem eigenen Trauma. Zuerst scheut er davor zurück, sich an der Aufklärung zu beteiligen. Als er sich doch dafür entscheidet, öffnet sich ihm im Angesicht dieser Herausforderung ein Pfad zurück ins Leben und zur Liebe.

Das Fluestern der Schatten von Jan-Philipp Sendker

Meinung:

Paul scheint alles, was für ihn Bedeutung hat, in seinem Leben verloren zu haben. Seine Eltern leben nicht mehr, sein Sohn ist gestorben und die Ehe zu seiner Frau zerbrochen. Zurückgezogen lebt er auf einer kleinen Insel vor Hongkong und verlässt diese nur selten. Als er aber an einem dieser Tage, an denen er sich ein wenig aus einer Trauer befreit, auf eine Amerikanerin trifft, ändert sich sein Leben. Diese Frau, Elizabeth Owen, bittet Paul, ihm bei der Suche nach ihrem Sohn zu helfen. Dieser ist spurlos verschwunden. Paul belebt seine alten Kontakte um dem Ehepaar zu helfen. Dabei tritt er Ereignisse los, die nicht nur das Leben der Owens verändern werden, sondern auch sein eigenes.

Jan-Philipp Sendker hat ein unheimlich gutes Gespür für seine Charaktere. Sehr emotional und tiefgründig durchleuchtet er deren Vergangenheit, ihre Gefühle und Beweggründe. Und schafft es mühelos, seine Leser mit diesen einzufangen. Egal ob Haupt- oder Nebenfigur, keine kommt zu kurz und jede für sich agiert glaubhaft und wirkt dadurch unheimlich authentisch.

Richtig authentisch ist auch das Asienflair, dass Sendker in seinem Roman übermittelt. So fremdartig einem manch Handlungsweisen anmuten können, so verständnisvoll wird man in die Hintergründe und Gegebenheiten eingeführt. Sendker öffnet einem dem Blick für die chinesische Kultur, ihren Konflikten und Mentalitäten. Und sorgt damit für so manchen Aha-Effekt, aber auch so manche Überraschung. Mir hat diese fein ausgearbeitete Reise, diese spannende Studie und die fesselnde Geschichte unheimlich gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist fesselnd und einnehmend. Seite um Seite zog der Roman an mir vorbei und lies mich die Zeit vergessen und in ferne Welten eintauschen. Dabei wird nicht nur Pauls Geschichte erzählt, auch andere Protagonisten kommen zu Wort und geben Einblick in ihre Welt, Gedanken und Gefühle. Erzählt wird der Roman dabei in der dritten Person, die Kapitel haben eine angenehme Länge und der Roman durchaus Page-Turner-Qualitäten.

 

Fazit:

Einfühlsam und behutsam, aber nichtsdestotrotz spannend, erhält man als Leser hier nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch berührende Einblicke in die menschliche Seele und einen intensiven Blick auf die Chinesische Mentalität und Einstellung.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

5 Punkte

 

Preis

Taschenbuch: 9,99 Euro
eBook: 8,99 Euro

 

Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-42146-2
Seitenzahl: 464

 

Die Reihe im Überblick:

Das Flüstern der Schatten
Drachenspiele
Am Ende der Nacht

 

Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Fluestern-der-Schatten/Jan-Philipp-Sendker/Heyne/e507188.rhd

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.
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Ein Gedanke zu “Sendker, Jan-Philipp: Das Flüstern der Schatten

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