Stradal, J. Ryan: Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

Rezension J. Ryan Stradal – Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

 

Klappentext:

Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

Meinung:

Es ist gar nicht so einfach, den Inhalt dieses Buchs zusammen zu fassen, ohne zu viel von der Geschichte selber zu verraten. In diesem Buch geht um Eva Thorvald und um das Thema Essen. Eva Thorvald ist eine erfolgreiche Köchin, die Event-Dinner veranstaltet. Bevor Eva aber so weit ist, wird erst einmal ihr Werdegang erzählt, angefangen bei ihren Eltern, ihrer Geburt, prägende Jahre in der Jugend und ihren Zwanzigern. Immer steht das Essen in den großen Kapiteln mit im Vordergrund, denn Evas Werdegang wird nicht hauptsächlich aus ihrem Blickwinkel erzählt, sondern von Menschen, die ihr Leben in irgendeiner  Weise maßgeblich mitbeeinflusst haben. Und so taucht Eva mal mehr, mal weniger präsent in jedem Abschnitt auf.

Die verschiedenen Blickwinkel sorgen zwar dafür, dass man beim Lesen ein etwas distanzierteres Bild von Eva erhält, aber man erfährt allerdings auch mehr über die Umstände, in denen sie aufwächst und die sie maßgeblich prägen. Ein wenig Schade fand ich es schon, nicht so viel über Evas Gefühlswelt zu erfahren, auf der anderen Seite aber war es so sehr interessant, wie Eva die Leben von anderen Menschen beeinflusst, ohne dass ihr das so bewusst ist. Denn die Person, die gerade den jeweiligen Abschnitt erzählt, gibt dabei ziemlich viel von sich und seinen Gefühlen preis. Bei manch einem Charakter hätte ich mir daher fast gewünscht, mehr über seinen Werdegang erfahren zu können. Aber letztendlich geht es im Buch ja um Eva und ihre Familie und der Autor schafft es, dass ich am Ende des Romans doch mit allen Figuren und Entwicklungen zufrieden war.

J. Ryan Stradal hat einen sehr ungewöhnlichen und kulinarischen Roman geschrieben, den Anna-Nina Kroll sehr fesselnd übersetzt hat. So bekommt man während des Lesens richtig Lust aufs Kochen, findet zwischen den Seiten sogar einige Rezepte und kann dank der schönen Bildsprache die Gerichte und Gerüche förmlich spüren, sehen und schmecken. Nach einem etwas zähen Start auf den ersten Seiten hatte das Buch mich spätestens mit dem zweiten Kapitel gepackt und ich konnte und wollte den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Verlauf eigentlich eher normal und gediegen, aber es ist so nah am Leben und die Charaktere agieren so gelungen miteinander, dass man einfach weiterlesen möchte.

Erzählt werden die jeweiligen Kapitel in der dritten Person, wobei der Blickwinkel der Protagonisten von Kapitel zu Kapitel variiert. Diese Herangehensweise erzeugt schon einen starken Spannungsfaktor, denn man muss sich erst ein wenig in die Geschichte hineinlesen, bevor man mehr über Eva erfährt und warum gerade diese Person so wichtig für den Handlungsverlauf ist. Die Kapitel sind zwar recht lang, lesen sich aber absolut kurzweilig.

 

Fazit:

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens ist nicht nur ein sehr kulinarisches Buch, sondern auch ein sehr fesselndes. J. Ryan Stradal setzt dabei den Fokus auf die Lebensmittel, kombiniert mit der Lebensgeschichte einer jungen Frau. Dabei zeigt er die Vielfalt des Essens auf, aber auch Schattenseiten der modernen Livestyle-Küche auf. Denn letztendlich ist die heimische Küche doch immer noch die Beste 😉

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

4,5 Punkte

 

Preis

Gebunden: 24,00 Euro
eBook: 20,99 Euro

 

Verlag: diogenes Verlag
ISBN: 978-3-257-06975-4
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Anna-Nina Kroll

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/titel/j-ryan-stradal/die-geheimnisse-der-kueche-des-mittleren-westens-9783257069754.html

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.
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