Terrin, Peter: Monte Carlo

Rezension Peter Terrin – Monte Carlo

 

Klappentext:

Monaco im Mai 1968. Minuten vor dem Start des Grand Prix. Die Beau Monde tummelt sich zwischen Fahrern und Wagen, so auch die bardothafte Deedee, die Schauspielerin der Stunde.  Ein Treibstoffleck verursacht eine höllische Stichflamme, die Deedee verbrannt hätte, wäre nicht Jack Preston, ein einfacher Mechaniker, dazwischen gesprungen, um sie zu schützen. Er erleidet schwerste Verletzungen. Ein Leibwächter zerrt Deedee fort. Prestons Heldentat wird kaum bemerkt. Er kehrt in sein englisches Heimatdorf zurück, wo er für seine Tat zunächst verehrt wird. Doch dann erscheinen Zeitungsberichte, in denen der Leibwächter als Retter gefeiert, und Preston überhaupt nicht erwähnt wird. Er hofft, ein Fernsehinterview mit Deedee werde seine Ehre retten, doch es kommt ganz anders. Ein Roman über Heldentum, den Wunsch nach Anerkennung und die Fragwürdigkeit dessen, was wir für die Wahrheit halten. Peter Terrin erzählt in eindrucksvollen Bildern voller Glanz und Nostalgie.

Monte Carlo

Meinung:

Beim Formel 1 Grand Prix 1968 kommt es zu einem tragischen Unfall. Eine Treibstoffverpuffung sorgt für eine enorme Stichflamme, gerade in dem Moment, als das aufstrebende Model Deedee in dessen Bahn gerät. Der Mechaniker Jack Preston kann sich im letzten Moment auf Deedee stürzen und diese vor den Flammen retten. Er selber erleidet dabei starke Verbrennungen, wegen denen er monatelang im Krankenhaus genesen muss. Jack sieht sich als Held und hofft, dass Deedee und die Veranstalter ihm diese Ehre auch erweisen werden. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird muss er jedoch feststellen, dass der Ruhm einem anderen zugesprochen wurde: Deedees Bodyguard. Jack ist tiefbestürzt und hofft, dass Deedee diesen Fehler richtig stellen wird, doch die Zeichen stehen schlecht für ihn.

Jack Preston ist der tragische Held in Monte Carlo, und Peter Terrin schafft es sehr gut, dass man sich tief in diesen hineinversetzen kann. Sein Schicksal hat mich absolut nicht kalt gelassen und seine Erfahrungen, die er hier machen muss, haben mich bestürzt. Leider ist er die einzige Figur in diesem Werk, die wirklich Tiefe aufweist. Seine Gegenspielerin Deedee wird nur oberflächlich behandelt und verschwindet im Buch wieder in den Tiefen der Boulevard-Presse. Mehr als ein paar Sternchen-Momente bekommt man hier leider nicht, und das finde ich sehr schade und hat mich ein wenig enttäuscht.

Jacks Geschichte wird hier in der dritten Person erzählt und der Blickwinkel bleibt meistens auf ihn gerichtet. Aber auch andere Personen kommen in diesem Roman zu Wort, so dass sich dem Leser nach und nach ein Gesamtbild über die Ereignisse erschließt. Die Kapitel sind sehr kurz und übersichtlich, was für einen guten Lesefluss sorgt. Peter Terrin erzählt in ruhigen, eleganten Sätzen diese eher unaufgeregte Geschichte, in deren Mittelpunkt die Gefühle und Emotionen der Protagonisten stehen, weniger die Handlung. Alles in allem war der Handlungsverlauf in Ordnung, aber ich habe ihn mir, aufgrund des Klappentextes, um einiges glamouröser vorgestellt.

 

Fazit:

Nicht so glamourös wie erhofft, aber sprachlich sehr elegant, erzählt Peter Terrin hier eine nachdenklich machende Geschichte über verdrehte Tatsachen und einsame Helden. Leider blieb mir die Geschichte von der Sichtweise zu einseitig und blass.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

3 Punkte

 

Preis

Gebunden: 18,00 Euro
eBook: 15,99 Euro

 

Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1273-9
Seitenzahl: 192
Übersetzer: Christiane Kuby, Herbert Post

Quelle: https://www.piper.de/buecher/monte-carlo-isbn-978-3-8270-1273-9

Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.
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