Herrick, Steven: Wir wussten beide, es war was passiert

Rezension Steven Herrick – Wir wussten beide, es war was passiert

 

Klappentext:

… und wie ich mich abmühte,
selbstsicher zu erscheinen.
Und er antwortete: Ja, toll.
Und ich sagte auch: Toll.
Und danach machte ich mich
wieder ans Wischen
und versuchte zu wirken,
als wenn nichts passiert wär,
obwohl wir beide wussten,
es war was passiert.

Wir beide wussten es war was passiert

Meinung:

Der 16-jährige Billy hat genug von dem Leben mit seinem Vater und dessen Alkoholsucht. Billy lässt alles hinter sich und haut ab. In einer weit entfernten Stadt findet er sich auf dem Bahnhof in einem ausrangierten Waggon wieder, schlägt sich durchs Leben und lernt bei McDonalds Caitlin kennen. Diese kommt aus einem sehr reichen, wohlbehüteten Haus, doch Caitlin fühlt sich dort erstickt. Sie möchte frei sein, auch von den Privilegien des Geldes. Die beiden kommen sich näher und bereichern gegenseitig ihre Leben, doch wie lange kann das gutgehen?

Dieses Buch ist etwas Besonderes, denn es ist kein normaler Jugendroman, sondern Prosa. Wie einzelne Gedankenfragmente reihen sich die jeweiligen Passagen und Gedichte aneinander, setzen den Leser nach und nach über die Umstände ins Bild und erzählen eine tieftraurige Geschichte, die mich als Leser sehr berührt hat. Von der Art dieses Romans sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn Steven Herricks Gedichte sind wirklich schön und harmonisch erzählt, überfordern den Leser nicht, einen Rhythmus zu finden und bezaubern mit den Bildern, die der Autor beim Lesen hervorruft.

Da die Charaktere hier ihre Geschichte in der Ich-Perspektive erzählen, bekommt man einen sehr emotionalen Einblick in diese. Leider schafft es die gewählte Erzählform aber nicht, ausreichend Tiefgründigkeit zu schaffen, so dass ich oft das Gefühl hatte, nur an der Oberfläche der Figuren zu kratzen.

Auch der Handlungsverlauf war insgesamt zwar schön, aber nicht mir persönlich ein wenig zu schnell abgehandelt, bzw. lässt teilweise zu viel offen. Natürlich regt der Autor damit zum Nachdenken und Diskutieren ein, trotzdem hatte ich vor allem zum Schluss hin den Eindruck, dass noch etwas fehlt. Aber trotzt dieser Kritikpunkte ist der Roman sehr altersgerecht ausgefallen und wird bestimmt einige Fans finden.

 

Fazit:

Wir wussten beide, es war was passiert besticht vor allem durch seine schöne Prosa und die eher unübliche Erzählweise für einen Jugendroman. Die Themen sind passend und altersgerecht, hätten aber ein wenig detaillierter ausgearbeitet werden können. Auf jeden Fall regt das Buch zum Nachdenken und Diskutieren ein.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

4 Punkte

 

Preis

Gebunden: 14,99 Euro
eBook: 11,99 Euro

 

Verlag: Thienemann Esslinger Verlag
ISBN: 978-3-522-20219-0
Seitenzahl: 208
Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn

Quelle: http://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/wir-beide-wussten-es-war-was-passiert-isbn-978-3-522-20219-0/

Vielen Dank an den Thienemann Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar.
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Ein Gedanke zu “Herrick, Steven: Wir wussten beide, es war was passiert

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