Dickinson, Miranda: Der Tag, als ich die Welt umarmte

Rezension Miranda Dickinson – Der Tag, als ich die Welt umarmte

 

Klappentext:

Harriet weiß genau, wo auf der Welt man die schönsten Strände, die besten Hotels oder die gemütlichsten Cafés findet – schließlich arbeitet sie im Reisebüro. Sie liebt es, von fremden Orten und fernen Ländern zu träumen. Doch noch mehr wünscht sie sich, dass sie den Mut findet, ihre Reiseträume endlich wahr werden zu lassen. Da tritt der charmante Alex in Harriets Leben und plötzlich erscheint genau das gar nicht mehr so unwahrscheinlich …

Der Tag als ich die Welt umarmte

Meinung:

Wie sehr der Klappentext in einem manchmal falsche Vorstellungen weckt. Als ich diesen Roman entdeckte, ging ich davon aus, dass besagte Harriet über ihren Schatten springt und auf Reisen geht. Reisen gehört zwar zum Thema dieses Buches, leider bleibt Harriet hier daheim und träumt nur davon, auf Reisen zu gehen. Denn sie ist viel zu ängstlich, die Wünsche in die Tat umzusetzen, befürchtet sie doch schlimme Ereignisse damit in Gang zu setzten.

Aber von Anfang an erzählt: Harriet lebt in einem beschaulichen Flecken in England und hegt eine große Leidenschaft für Reisen und ferne Orte. Leider hat sie es bisher nie geschafft die Insel zu verlassen, denn ihre bereits verstorbenen Eltern konnten aufgrund von Krankheiten nie weit mit ihr reisen und haben bei Harriet damit leider eine Blockade ausgelöst. Ihr Freund Ron geht zwar ab und an mal mit ihr zelten, aber irgendwann hofft Harriet, dass er sie in ihr Lieblingsziel Venedig entführen wird, um dort ihre Liebe zueinander zu festigen und zu beweisen. Aber Ron steckt über alle Ohren in Arbeit und hat immer weniger Zeit für Harriet. Harriet selber hat dafür die Aufgabe, eine passende Frau für ihren besten Freund Alex zu finden, denn Alex Mutter Viv hat Harriet bequatscht, einen Artikel in einer Zeitschrift zu schreiben und um Alex von seinem Singledasein zu befreien. Und Hilfsbereit wie Harriet ist, kann sie natürlich nicht nein sagen. Da die Bewerberinnen aber teilweise echt merkwürdig und schrullig sind, stehen für Alex einige denkwürdige Dates an.

Neben der falschen Vorstellung der Geschichte, haben es mir die Protagonisten nicht wirklich leicht gemacht. Im Mittelpunkt steht natürlich Harriet, die man hier sehr gut kennen lernt, denn sie erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive. Leider ist sie zwar sehr nett, aber auch etwas naiv und auch zu passiv. Das führt dazu, dass man den Eindruck gewinnt, als ob jeder um Harriet versucht, sie irgendwie auszunutzen. Ihre beste Freundin Stella z. B. versetzt Harriet gerne immer wieder mal, nur um auf Männerfang zu gehen. Auch Alex Mutter nutzt diesen Charakterzug gnadenlos für sich aus und ich hätte mir oft gewünscht, dass Harriet endlich mal anfängt, sich für sich selber einzusetzen. Auch zu Alex konnte ich wenig Bezug aufbauen. Die Entwicklung seiner Figur war merkwürdig und für mich nicht immer nachvollziehbar. Und auch Ron kam mir manchmal nur wie eine Randerscheinung vor, glänzte er doch oft durch Abwesenheit.

Insgesamt hat Miranda Dickinson eine nette, gut lesbare Geschichte konstruiert. Die Grundidee der Autorin ist ganz gut, die Umsetzung aber leidet ein wenig unter den Charakteren und ein paar Längen in der Geschichte. Zwar baut Frau Dickinson Spannung in den Roman ein, indem sie jedes Kapitel in der Gegenwart startet, wo ein großes Fiasko die Handlung eingeläutet hat, um dann in die Vergangenheit zu blicken und die Vorgeschichte vorstellt, die zu den aktuellen Geschehnissen geführt haben, trotzdem musste ich mich zwischendurch immer wieder zum Weiterlesen zwingen. Ganz klischeefrei bleibt die Geschichte natürlich nicht, was für einen kurzweiligen Liebesroman auch in Ordnung ist, aber das Ende der Geschichte, dass man natürlich absehen konnte, war mir persönlich viel zu schnell abgehandelt und ich hätte mir gewünscht, wenn manchen Personen und Ereignissen mehr Raum eingeräumt worden wäre.

 

Fazit:

Dieses Buch hat sich inhaltlich ganz anders entwickelt, als mir der Klappentext suggeriert hat. Grundsätzlich ist das nicht schlimm, leider hat mich die Geschichte nicht so vom Hocker gerissen und hätte ich genau gewusst, was wirklich im Inhalt passiert, hätte ich wahrscheinlich nicht zum Roman gegriffen. Das Buch hat durchaus Unterhaltungswert, mir persönlich hätten die Hauptfigur aber ein wenig energischer sein können und auch das Ende des Romans war mir zu schnell abgehandelt.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

3 Punkte

 

Quelle: https://www.harpercollins.de/mira/der-tag-als-ich-die-welt-umarmte#product-info-tab1

 

Preis

Taschenbuch: 9,99 Euro
eBook: 9,99 Euro

 

Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783956495656
Seitenzahl: 304
Übersetzer: Anita Sprungk

Vielen Dank an Harper Collins Germany für das Rezensionsexemplar.
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