Delacourt, Grégoire: Die vier Jahreszeiten des Sommers

Rezension Grégoire Delacourt – Die vier Jahreszeiten des Sommers

 

Klappentext:

Ein Sommer am Strand in Nordfrankreich: Sonne, Meer, Dünen und Bars. Hier treffen vier Paare ganz unterschiedlichen Alters aufeinander: zwei Teenager im Rausch der ersten Liebe, eine 35-Jährige auf der Suche nach einem neuen Glück, eine gelangweilte Hausfrau , die sich ins Abenteuer stürzt, und ein altes Ehepaar, das sich noch genauso liebt wie am ersten Tag. All diese Menschen begegnen sich, ohne zu wissen, dass ihre Geschichten eng miteinander verwoben sind und ihre Schicksale sich gegenseitig beeinflussen. Bis es während des Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag zu einem dramatischen Höhepunkt kommt.

Die vier Jahrezeiten des Sommers

Meinung:

Der 14. Juli ist nicht nur Frankreichs Nationalfeiertag, sondern auch der Dreh- und Angelpunkt dieses Romans. Denn auf die eine oder andere Weise verknüpfen sich die Leben von vier Liebespaaren am Strand von Le Touquet. Da ist z. B. der junge Louis, der sich unsterblich in die zwei Jahre jüngere Victoria verliebt.. Doch Victoria ist mit ihren 13 Jahren noch längst nicht gewillt, sich fest zu binden. (Und so erlebt Jacques die schmerzhafte Erfahrung der ersten, unerwiderten Liebe.) Die  35-jährige Isabel hat keine guten Erfahrungen mit Männern gemacht und trauert ihrer Jugendliebe Romain immer noch nach. Und die 55-jährige Monique wünscht sich einen Ausbruch aus ihrer festgefahrenen Ehe. Zuletzt trifft man auf das alte Ehepaar Pierre und Rose, deren Liebe durch die Zweckmäßigkeit und Ängste der Kriegswirren entstanden und über die Jahre gereift und gewachsen ist.

Die vier Jahreszeiten des Sommers ist kein wirklich dickes Buch und mit seinen knapp 200 Seiten recht kurz. Trotzdem hat der Autor seine Protagonisten unheimlich dicht aufgebaut und es fiel mir mit keiner Sekunde schwer, mich mit ihnen zu identifizieren und mich in sie hineinzuversetzen. So unterschiedlich ihre Vergangenheiten und Geschichten sind, so viel gemeinsam haben die Charaktere doch, vereint sie alle das Thema Liebe.

Die Liebe ist es auch, die den roten Faden im Buch bildet und die verschiedenen Geschichten miteinander verbindet. Verknüpft mit der Sprache der Blumen und einer sprachlichen Eleganz, fängt Delacourt mit diesem Roman seine Leser ein und lässt sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchleben. Ich habe beim Lesen geschmachtet, war berührt, begeistert, betrübt und zu Tränen gerührt. Selten hat mich ein Buch so tief ergriffen und gebannt. Delacourts leicht melancholische Sprache, die so wundervoll von Claudia Steinitz ins Deutsche gebracht wurde, ist ein wahrer Genuss zum Lesen. Die einzelnen Geschichten sind an sich zwar eigenständig, aber doch miteinander verflochten und ergänzen sich gegenseitig. Jeder Protagonist erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive, die einzelnen Geschichten fließen beständig vor sich hin und laden zum Schwelgen und Träumen ein.

Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Mit diesem Roman habe ich mein bisheriges Jahreshighlight gefunden. Selten wurde die Liebe in ihrer Vielschichtigkeit schöner, bewegender und eindringlicher erzählt. Ein perfektes Sommerbuch. Aber Achtung! Haltet die Taschentücher bereit, denn das Buch reißt einen mit 😉

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

5 Punkte

 

Quelle: http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/die-vier-jahreszeiten-des-sommers-buch-8174/

 

Preis

Gebunden: 18,00 Euro

 

Verlag: Atlantik Verlag
ISBN: 978-3-455-60041-4
Seitenzahl: 192
Übersetzer: Claudia Steinitz

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5 Gedanken zu “Delacourt, Grégoire: Die vier Jahreszeiten des Sommers

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