O’Nan, Stewart: Westlich des Sunset

Rezension Stewart O’Nan – Westlich des Sunset

 

Klappentext:

Ein fesselnder Roman über die Traumfabrik Hollywood und die letzten drei Lebensjahre des
berühmten amerikanischen Schriftstellers Francis Scott Fitzgerald. Mit Der große Gatsby hatte er Weltruf erlangt. Doch das ist lange her. Als er einundvierzigjährig in Hollywood ankommt, scheint seine Alkoholsucht unbezähmbar, seine Frau Zelda lebt, mit einer offenbar unheilbaren bipolaren Störung, in einer psychiatrischen Klinik in Montgomery, das Verhältnis zu seiner Tochter Alabama ist schlecht.
Er zieht in die Villenanlage Garden of Allah, wo sich abends eine muntere Schar aus den umliegenden Hollywood
Hills am Pool trifft: Humphrey Bogart, Valentino, Joan Crawford, Gloria Swanson, die Marx Brothers,
u. a. Man ist, beginnt man dieses Buch zu lesen, gleich mitten drin in dieser farbigen Welt der Stars, im Reich der Superreichen und Erfolgreichen, um Zeuge zu werden, wie Fitzgerald sich als zweifelnder Beobachter zu behaupten versucht, und in der Klatschreporterin Sheilah Graham noch einmal eine große Liebe findet.

Westlich des Sunset

Meinung:

F. Scott Fitzgerald gehört zu den bekanntesten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und vor allem Der große Gatsby wird wohl jedem in der Literaturszene ein Begriff sein.

Stewart O’Nan widmet sich in Westlich des Sunset Scotts letzten Lebensjahren. Die Zeiten des großen Ruhms sind vorbei. Mittellos und verschuldet reist Scott nach Hollywood, um dort als Drehbuchautor unterzukommen. Seine Frau Zelda befindet sich in einer Nervenheilanstalt, wo ihre bipolare Störung behandelt werden soll, seine Tochter Scottie ist in einem Internat untergebracht. Vom einstigen Glamour des Paares ist nicht mehr viel übrig und sein Name öffnet nicht mehr so viele Türen, wie noch in den 20er Jahren. Doch das Leben hält nicht nur Schattenseiten für Scott bereit, denn in Hollywood lernt er Sheila kennen und lieben. Aber seine Alkoholsucht und seine Tobsuchtsanfälle stellen die Beziehung immer wieder auf die Probe.

Stewart O’Nan versteht es meisterlich den verarmten Scott seinen Lesern näher zu bringen, ohne in zu glorifizieren. Scotts Schwächen und Launen werden ebenso thematisiert und machen so diese berühmte Figur menschlicher, näher und verletzlicher. Auch die vielen berühmten Nebenfiguren im Roman lassen richtiges Hollywood-Fieber auftreten und egal ob Ernest Hemingway, Marlene Dietrich oder Humphrey Bogart, alle sind wichtige Personen in Scotts Leben.

Thomas Gunkel hat Stewart O’Nans Roman sprachlich wundervoll ins Deutsche gebracht, die Schreibweise hat mich richtig in ihren Bann gezogen und direkt ins Hollywood der 30er Jahre versetzt. Detailliert schildert O’Nan das Leben der Drehbuchautoren in Hollywood, zeigt wie entbehrlich und austauschbar diese in der Filmbranche sind und letztendlich hat es mich nicht mehr gewundert, dass so manche Romanverfilmung am Ende nur noch wenig mit dem Originalwerk zu tun hat. Scotts Leben ist wahrlich nicht leicht, immer schwingt ein melancholischer Grundton durch die Geschichte, und auch obwohl man weiß, wie das Buch ausgehen wird, habe ich mich auf keiner Seite gelangweilt. Stewart O’Nan zeigt den Niedergang eines Menschen, ohne diesen herabzuwürdigen.
Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, wobei er Blickwinkel auf Scott gerichtet bleibt. Die Kapitel sind moderat lang und dank des eingängigen Erzählstils bleibt man bereitwillig am Roman dran und schwelgt in der tollen Sprache.

 

Fazit:

Westlich des Sunset liest sich spannend wie ein Krimi oder Schicksalsroman und fasziniert mit seinen vielen berühmten Figuren und seinem eindringlichen Erzählstil. Definitiv ein Buch für Menschen, die sich für Literatur und Biographien interessieren, oder den Glamour des alten Hollywoods suchen.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

5 Punkte

 

Quelle: http://www.rowohlt.de/hardcover/stewart-o-nan-westlich-des-sunset.html

 

Preis

Gebunden: 19,95 Euro
eBook: 16,99 Euro

 

Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3-498-05045-0
Seitenzahl: 416
Übersetzer: Thomas Gunkel

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3 Gedanken zu “O’Nan, Stewart: Westlich des Sunset

  1. Hey Vanessa,
    „Westlich des Sunset“ habe ich mir auch geholt und habe es auch schon angefangen zu lesen. Allerdings habe ich es, aus unerfindlichen Gründen, erstmal wieder zur Seite gelegt. Keine Ahnung wieso, denn mir hat das, was ich gelesen habe, schon sehr gefallen. Vielleicht schnappe ich es mir am Wochenende wieder! 🙂
    Liebe Grüße!

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