Hickam, Homer: Albert muss nach Hause

Rezension Homer Hickam – Albert muss nach Hause

 

Klappentext:

„Ich oder der Alligator!“
Keinen Tag länger will Homer Hickam der Ältere sein Badezimmer mit einem bissigen Reptil namens Albert teilen. Als der Bergwerksarbeiter seiner Frau ein Ultimatum stellt, muss Elsie lange überlegen. Schließlich ist ein Leben ohne Alligator doch sinnlos. Wie alles hier in Coalwood, West Virginia. Die ganze trostlose Stadt liegt unter einer schwarzen Staubschicht begraben. Und selbst vor ihrer Ehe hat die Große Depression keinen Halt gemacht. Trotzdem fällt Elsie die Entscheidung – unter einer Bedingung: Sie müssen Albert nach Hause bringen. Zurück nach Florida. In einem alten Buick. Mit Alligator auf dem Rücksitz …

Albert muss nach Hause

Meinung:

Als ich Anfang des Monats den Literaturspiegel durchstöberte (Ausgabe Juni/Juli 2016), stolperte ich über die Buchempfehlung von Elke Heidenreich, die genau diesen Roman vorstellte und anpries. Die Inhaltsangabe klingt ja ziemlich verrückt: Da macht sich ein Ehepaar auf, einen Alligator durch vier Bundesstaaten zu fahren, um das Tier zurück in seine Heimat zu bringen. Und dann soll die Geschichte auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen? Dieses Buch wollte ich lesen.

Und so begleitete ich Elsie und Homer, die Eltern des Autors, auf ihrer abenteuerliche Reise, die sich vielleicht so zugetragen haben mag, vielleicht aber auch im Laufe der Jahre etwas ausgeschmückt wurde, aber auf jeden Fall unterhaltsam und abenteuerlich anmutet. Denn der Alligator Albert wird nicht einfach so nach Florida gebracht. Nein, immer wieder stehen die drei oder eigentlich vier, denn ein namenloser Hahn begleitet sie auch noch, vor neuen Herausforderungen und aus den einfachen Bergarbeiterleuten werden im Laufe des Buchs, Krankenschwester, Baseballspieler oder sogar Schauspieler, um nur ein paar von den Erlebnissen und Erfahrungen zu nennen.

Da die Geschichte in den 1930er Jahren spielt, sind die Protagonisten dementsprechend pragmatisch und praktisch eingestellt. Elsie und Homer kommen beide aus eher einfachen Verhältnissen und nehmen das Leben so, wie es kommt. Soll heißen, dass sie aus den jeweilgen Situationen das Beste rausholen und sich auch in eher ungewöhnlichen Momenten noch zurecht finden. Und so verwundert es mich letztendlich nicht, mit welcher Ruhe da z. B. ein Banküberfall hingenommen wird. Ich mochte die beiden wirklich gerne und man merkt, wie groß die Bewunderung des Autors seinen Eltern gegenüber ist.

Auch der Schreibstil ist sehr interessant gewählt, da die Geschichte ja auf wahren Ereignissen. So präsentiert uns der Autor immer wieder Erinnerungen zu den einzelnen Abschnitten, als er zum ersten Mal die Geschichte hörte, die er in der Ich-Perspektive wiedergibt, während er die Geschichte seiner Eltern in der dritten Person erzählt und abwechslend Elsie oder Homer zu Wort kommen lässt. Die Geschichte ist dabei sehr humorvoll und wirkt sehr ausgeschmückt, die einzelnen Etappen greifen aber schön ineinander über und des öfteren trifft man auch auf berühmte Persönlichkeiten oder bereits vertraute Nebenfiguren, die diese abenteuerliche Odysse durch den Süden der USA mal mehr, mal weniger freiwillig begleiten. Unterteilt ist der Roman in mehrere Teile, deren Kapitel eine angenehme Länge haben und dank des eingängigen, schönen Erzählstils flüssig lesen lassen. Allerdings ist in dem Buch ein kleiner (Übersetzungs-/Lektorats-?) Fehler aufgetreten, der einem aufmerksamen Leser eigentlich direkt ins Auge springen sollte, denn meines Wissens, ist in den 1930er Jahren der „zweite Weltkrieg“ noch nicht eingetreten 😉 Aber das nur so mal nebenbei 🙂

Vielen Dank an den Harper Collins Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Wer Filme wie „Big Fish“ mag, wird auch diesen Roman ins Herz schließen. Denn Alberts Heimreise ist einfach unglaublich, witzig und berührend. Es macht Spaß, den Weg von Homer und Elsie zu verfolgen, die nicht nur den Alligator heimbringen, sondern auch ihre eigene Beziehung durchleuchten und die Liebe finden.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

5 Punkte

 

Quelle: https://www.harpercollins.de/buecher/gegenwartsliteratur/albert-muss-nach-hause-die-irgendwie-wahre-geschichte-eines-mannes-seiner-frau-und-ihres-alligators-harpercollins#product-info-tab1

 

Preis

Gebunden: 19,90 Euro
eBook: 15,99 Euro

 

Verlag: Harper Collins Germany
ISBN: 9783959679732
Seitenzahl: 528
Übersetzer: Wibke Kuhn

Advertisements

Ein Gedanke zu “Hickam, Homer: Albert muss nach Hause

  1. Pingback: Monatrückblick Juni 2016 | Vanessas Bücherecke

Kommentare gerne erwünscht :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s