Andrew, Sally: Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord

Rezension Sally Andrew – Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord

 

Inhalt aus dem Klappentext:

Südafrika, im beschaulichen Klein Karoo: Hier lebt Tannie Maria, eine lebensfrohe Witwe, in einem Haus unter einem Eukalyptusbaum. Wenn sie nicht gerade in ihrer Küche neue Gerichte erfi ndet, schreibt Tannie an ihrer Kolumne für die Lokalzeitung, in der sie robuste Lebenshilfe erteilt – und diese zur Begeisterung der Abonnenten zuverlässig mit den köstlichsten Rezepten garniert. Als jedoch eine junge Frau ermordet aufgefunden wird, gibt es nichts mehr, was Tannie noch in der Küche hält. Nachdem sie in ihrem Leben schon so manches Geheimnis – unter anderem das des perfekten Schokoladenkuchens – gelüftet hat, schreckt sie auch vor der Jagd nach einem waschechten Mörder nicht zurück. Tannie folgt ihrer feinen Nase, womit sie schon bald Detective Kannemeyer in die Quere kommt, der sich bei seinen Ermittlungen lieber auf klassische Polizeimethoden verlässt. Vergeblich versucht Kannemeyer, die ebenso bezaubernde wie hartnäckige Hobby-Detektivin kaltzustellen. Denn Tannie lässt sich nicht beirren und folgt weiter ihrer Spur, die sich als immer heißer und gefährlicher entpuppt …

Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord

Meinung:

Tannie Maria ist Witwe und Mittfünfzigerin. Kochen und backen ist ihre Leidenschaft und da sie immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse anderer hat, schreibt sie in der Lokalzeitung eine eigene Kolumne, wo sie Lebenstipps und passende Rezepte dazu gibt. Bei einem dieser Leserbriefe wird sie mit einem düsteren Thema konfrontiert, dass sie selber nur zu gut kennt: Häusliche Gewalt. Als die Briefeschreiberin kurz darauf Tod aufgefunden wird, weiß Tannie Maria, dass sie es der Leserin schuldig ist, das Verbrechen aufzuklären. Denn wer, wenn nicht sie weiß, worauf man am Tatort achten muss? Und wer kann bei einem Verhör schon ihren leckeren Kreationen widerstehen?

Tannie Maria ist eine herzensgute Seele. Für die Sorgen und Nöte anderer hat sie immer ein offenes Ohr und ein passendes Rezept. Deshalb ist Maria auch sehr beliebt bei den Menschen. Aber sie ist auch ein manchmal sehr einsamer Mensch, der einige schlechte Erfahrungen in seiner Vergangenheit gemacht hat. Ihren Lebensmut und -willen hat sie dadurch aber nie verloren und möchte deshalb ihr Glück in Form von Essen und Hilfsbereitschaft an andere Menschen weitergeben. Auch ihre Freundinnen und Arbeitskolleginnen Jessie und Hattie sind interessant und gut ausgearbeitet. Tannie Maria ist zwar manchmal etwas sehr forsch und wirkt aufdringlich, aber auf eine recht liebenswerte Art.

Rezepte für Liebe und Mord verfolgt das klassische Schema eines Cosy Crime Romans. Zwar steht das Verbrechen im Vordergrund, bildet aber den Rahmen für andere Themen, die die Geschichte unterstreichen. Sally Andrew thematisiert z. B. Gewalt gegen Frauen, was in Südafrika wohl sehr schlimm sein muss, wenn man Tannie Maria glauben darf, oder Fraking. Leider waren mir manche der Themen nicht ausgereift genug präsentiert, wurden nur angerissen und stellenweise nicht weiter verfolgt. Ob sich die Autorin für weitere Romanen über Tannie Maria aufsparen wird, weiß ich nicht, aber mich hat das in diesem Werk doch gestört und hat etwas unausgereift wirken lassen. Die Geschichte selber beginnt auch recht behäbig und gemütlich, ganz so wie Tannie Marias Gemüt, was mir hier gerne etwas schneller hätte gehen können, aber das ist bekanntlich Geschmackssache. Auch bei den kulinarischen Beschreibungen nimmt die Autorin sich Zeit und beschreibt die Rezepte und Arbeitsschritte ausführlich. Das hat auf der einen Seite den Effekt, dass man die Gerichte quasi riechen und schmecken kann, andererseits wird es aber beim 5. Mal langsam langweilig, jeden einzelnen Essensvorgang verfolgen zu müssen. Wer von den Gerichten aber angesprochen wurde, der findet am Ende des Buchs einige Rezepte zum Nachkochen. Was mir in diesem Buch auf jeden Fall ein wenig gefehlt hat, war ein Glossar, bzw. eine Afrikaans – Deutsch Übersetzung. Zwar konnte ich mir einige Begriffe leicht herleiten, bei anderen wäre eine Übersetzung schön gewesen, vor allem da man sich nicht jedes Wort merken konnte, auch wenn es im Vorfeld schon mal erklärt wurde.

Erzählt wird der Krimi aus der Ich-Perspektive und Tannie Maria lässt uns direkt an ihren Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen teilhaben. Die Kapitel sind kurz und insgesamt kurzweilig, sieht man mal von dem langsamen Einstieg ab. Sally Andrew hat einen schönen Schreibstil, der sich aber manchmal ein wenig zu sehr in Einzelheiten verläuft. Ansonsten bekommt man hier einen klassischen Krimi mit einigen starken Spannungsmomenten und einer zufriedenstellenden Auflösung.

Vielen Dank an den Atrium Verlag für das Rezensionsexemplar

 

Fazit:

Ein Krimi der in Südafrika spielt ist definitiv mal etwas anderes. Die Hauptfigur ist dabei sehr sympathisch und die Gerichte machen Lust auf mehr. Einige Längen haben sich aber doch in die Geschichte eingeschlichen und dass manche Themen nicht zu Ende geführt wurden, hat mir auch nicht so gut gefallen. Trotzdem wird man mit dem Buch kurzweilig und klassisch unterhalten.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.atrium-verlag.com/index.php?id=neuerscheinungen&tx_fsvsgbooks_pi1%5Btitel%5D=Tannie%20Marias%20Rezepte%20f%FCr%20Liebe%20und%20Mord&tx_fsvsgbooks_pi1%5Bisbn%5D=3-85535-003-5&tx_fsvsgbooks_pi1%5Blink%5D=detail&cHash=7eb4006ffc

 

Preis

Gebunden: 19,99 Euro
eBook:

 

ISBN: 978-3-85535-003-2
Seitenzahl: 480
Übersetzer: Andrea Fischer

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