Niven, Jennifer: All die verdammt perfekten Tage

Rezension Jennifer Niven – All die verdammt perfekten Tage

 

Inhalt aus dem Klappentext:

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

Meinung:

Bereits in den Verlagsvorschauen viel mir dieses Buch ins Auge. Und auch bei Goodreads hat es den Goodreads-Choice-Award im Bereich Jugendbücher gewonnen. Ein Grund mehr, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen.

Theodore Finch sitzt auf dem Glockenturm der Schule und denkt über seine zusammengetragenen Fakten zum Thema „Selbstmord durch Springen“ nach, als er bemerkt, dass er nicht alleine auf dem Turm ist. Auch Violet Markey steht dort oben, unsicher, was sie dort macht. Finch hilft ihr vom Turm zu kommen, doch stellt es so hin, als ob Violet ihm geholfen hat. Denn Violet ist im Gegensatz zu ihm beliebt und nicht so ein „Freak“, wie er von den anderen Schülern gerne genannt wird. Finch beschließt, Violet in sein Amerikakunde-Projekt mit einzubeziehen und den Staat Indiana zu erkunden. Violet ist zwar alles andere als begeistert davon, doch auch sie zieht mit, denn Finch ist der Einzige, der sie aus der Reserve und aus ihrem Tief herausholen kann, in dem sie seit dem Tod ihrer Schwester steckt.

Schon auf den ersten Seiten war mir klar, was mit Finch los ist und umso erschreckender fand ich, dass es den anderen Menschen im Buch nicht aufzufallen scheint. Er ist ein sehr aufgedrehter, kluger Mensch, der oft Schwierigkeiten hat, sich einzubremsen. Aber er ist auch sehr nett und liebenswert, achtet auf die kleinen Dinge im Leben und hat es mit seiner Familie echt nicht einfach. Violet dagegen ist ziemlich überbehütet, besonders nach dem Verlust ihrer Schwester, und es fällt ihr schwer, sich unter der Liebe ihrer Eltern zu entfalten und sie selbst zu sein. Außerdem schleppt sie einiges an Schuldgefühlen mit sich herum, über die sie mit niemanden reden mag und die sie in ihrem Leben einbremsen. Ich habe die beiden Hauptfiguren geliebt und hätte sie am liebsten immer wieder in den Arm genommen, nur um ihnen zu sagen, dass alles gut wird. Jennifer Niven hat ihre Charaktere so authentisch und nah ausgebaut, dass die beiden einen einfach nicht mehr loslassen.

Die Thematik des Buches ist nicht gerade leicht. Die Autorin spricht über Themen wie Selbstmord, Depressionen, Schuldgefühle und Schubladendenken. Aber Jennifer Niven hat daraus ein wunderbar leichtes und befreiendes Buch gemacht. Und auch, wenn ich bereits ab er Mitte des Buches Tränen in den Augen stehen hatte, so musste ich doch immer wieder lächeln und auch manchmal lachen, einfach weil so viel Hoffnung immer noch mit durchschwingt. Aber ich habe auch viel Wut beim Lesen empfunden und es hat mich bestürzt, dass so viele offensichtliche Dinge von den Verantwortlichen einfach übersehen wurden, da jeder so mit seinen eigenen Sorgen und Gedanken beschäftigt war.

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive und sowohl Finch als auch Violet kommen hier zu Wort. Die Kapitel sind zumeist kurz gehalten und Jennifer Nivens eingängiger Schreibstil sorgt für einen schönen Lesefluss. Die Geschichte ist aber auch spannend und man bangt und hofft mit den Figuren von der ersten bis zu letzten Seite. Besonders gut hat mir auch der Anhang am Ende der Geschichte gefallen, wo man Adressen und Telefonnummer für betroffene Menschen finden kann.

Vielen Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Achtung, Taschentuch-Alarm. Dieses Buch geht ans Herz und an die Tränendrüsen, aber auf eine so bezaubernde und liebenswerte Art, dass ich die Tränen gerne in Kauf genommen habe. Dieses Buch ist wirklich ein Highlight und macht trotz der ersten Thematik Mut. Ich vergebe eine ganz klare Leseempfehlung.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.randomhouse.de/Paperback/All-die-verdammt-perfekten-Tage/Jennifer-Niven/Limes/e483026.rhd

 

Preis

Klappenbroschur: 14,99 Euro

eBook:

 

ISBN: 978-3-8090-2657-0

Seitenzahl: 400

Übersetzer: Alexandra Ernst

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4 Gedanken zu “Niven, Jennifer: All die verdammt perfekten Tage

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