Marshall, Alex: Blut aus Silber

Rezension Alex Marshall – Blut aus Silber

 

Inhalt aus dem Klappentext:

Mit »Blut aus Silber« beginnt eines der größten Fantasy-Abenteuer unserer Zeit: Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutendste Kriegerin ihrer Zeit – doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, und Zosia will alles andere als wieder zu kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muss, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden, und die Vergangenheit ruht nie … »Blut aus Silber«, das Fantasy-Debüt des amerikanischen Autors Alex Marshall, eroberte den US-Buchmarkt gleich nach Erscheinen im Sturm.

Blut aus Silber

Meinung:

Bereits in der Verlagsvorschau fiel mir dieses Buch ins Auge und ich hatte ein episches Fantasy-Abenteuer im Kopf.

Der Einstieg in die Geschichte startet auch schon blutig und gewalttätig, aber noch ist man sich nicht ganz im Klaren, worum es geht. Die Kriegerin Zosia lebt unerkannt in einem Bergdorf, bis dieses von einer imperialen Armee angegriffen wurde. Zufall? Zosia glaubt nicht daran und ist auf Rache aus. Doch das Imperium ist stark und Zosia muss sich ihre Verbündeten zusammen suchen. Doch nicht nur sie zieht gegen das Imperium in die Schlacht, auch die Bauern erheben sich, angeführt von jemanden, der nicht das zu sein scheint, was er vorgibt.

Protagonisten gibt es einige im Buch. Die Hauptfigur Zosia ist dabei nicht unbedingt die sympathischste Figur und wirkt recht grobschlächtig, wenn auch blitzgescheit. Oft wusste ich nicht, woran genau ich bei ihr bin, was sie antreibt und was ihr Ziel ist. Auch die Nebenfiguren weisen viele Schwächen auf und wirken dadurch teilweise menschlicher, manchmal aber auch sehr grausam und rücksichtslos.

Die Geschichte klingt gewaltig und komplex. Und das ist sie auch. Aber leider weist dieses Buch einige gravierende Mängel auf, die den Lesefluss immens einbremsen und die Freude beim Lesen eintrüben.

1. Dem Buch fehlt ein dringend benötigtes Glossar über Personen, Orte, Religionen und Landschaften. Alex Marshall hat eine unglaublich Komplexe Welt erschaffen und lässt enorm viele Personen zu Wort kommen. Das verwirrt ungemein, anfangs hatte ich oft Schwierigkeiten zuzuordnen, wer hier wer ist und wo ich gerade bin. Das führt mich direkt zum nächsten Punkt:

2. Dem Buch fehlt eine Karte. Ich habe beim Lesen im Buch total die Orientierung verloren, wusste Gebiete einfach nicht einzuschätzen und hatte so überhaupt keinen Plan vom Aufbau der Welt. Das ist zum einem dem Autor geschuldet, der es offensichtlich nicht gut erklärt hat, denn das es auch ohne Karte geht, haben schon andere Autoren des Genres bewiesen, zum anderen dem Verlag, der die Karte nicht im Buch eingebettet hat. Denn nach kurzer Suche im Internet stieß ich tatsächlich auf die Karte aus Alex Marshalls Welt. Für alle, die die Karte suchen, hier bin ich fündig geworden: http://muddycolors.blogspot.de/2015_04_01_archive.html

3. Das Buch hat einen immens ausschweifenden Erzählstil. Mit jedem Kapitel habe ich immer wieder einige Seiten gebraucht, um ins Geschehen zu finden. Jedes Mal, wenn es dann doch mal spannend war, ging das Kapitel schon zu Ende. Vielleicht wäre es mir nicht ganz so schwer gefallen in die Kapitel hineinzufinden, hätte ich auf Karte und Personenverzeichnung zur besseren Orientierung zurückgreifen können (siehe meine Punkte 1 und 2).

Die Grundidee hinter dem Buch hat mir zwar richtig gut gefallen und mich letztendlich dazu veranlasst, im Buch durchzuhalten, konnte aber über die Langatmigkeit nicht hinwegtrösten. Die Geschichte ist stellenweise sehr brutal und die Welt, die Alex Marshall entworfen hat, ist umfangreich und komplex. Seine Ideen, was Religionen, Tierreich und auch die Beziehungen der Figuren untereinander betrifft, sind sehr freigeistig und könnten so originell sein, wenn da nicht die besagten Mängel wären. Die Kapitel sind moderat lang gehalten und der Roman wird aus der dritten Person erzählt. Der Blickwinkel wechselt dabei zwischen vielen verschiedenen Protagonisten.

Ich bin zwar neugierig, wie es weitergehen wird und ob Band 2 dann noch auf Deutsch erscheint und natürlich, ob man bei meinem zwei Hauptkritikpunkten Verbesserungen nachholt. Aber auf meine Prioritätenliste wird es der nächste Band wohl nicht schaffen.

Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Dieser Fantasy-Auftakt kommt ziemlich durchwachsen daher und hätte so viel Potential gehabt, wenn man bei der Umsetzung sorgfältiger gearbeitet hätte. Der ausschweifende Erzählstil zieht die Story immens in die Länge, so dass dieses 900 Seiten starke Werk fast doppelt so dick wirkt. Ich finde es so schade, dass hier so viel verschenkt wird und nicht besser umgesetzt wurde, denn ich hätte mir die Grundidee gerne eine bessere Bewertung gewünscht.

Von mir gibt es 2,5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.piper.de/buecher/blut-aus-silber-isbn-978-3-492-70361-1

 

Preis

Klappenbroschur: 19,99 Euro

eBook: 15,99 Euro

 

ISBN: 978-3-492-70361-1

Seitenzahl: 864

Übersetzer: Andreas Decker

 

Die Serie soweit bekannt:

Blut aus Silber

A Blade of Black Steel (Erscheint im Mai 2016 auf englisch, deutscher Termin noch unbekannt)

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Ein Gedanke zu “Marshall, Alex: Blut aus Silber

  1. Oje, ich kann es inzwischen gar nicht mehr leiden, wenn gefaselt wird, aber die Handlung nicht in die Puschen kommt. Klingt fast so, als hättest du dich schlussendlich durchgequält. Schade um deine Zeit!

    Lg, Emma

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