Dohrmann, Ralph: Eine Art Paradies

Rezension Ralph Dohrmann – Eine Art Paradies

 

Inhalt aus dem Klappentext:

Er hat weder Handy noch Internet, und am liebsten sitzt er unter der alten Pappel in seinem Garten, lauscht der Natur und ist glücklich. Walter von Quant lebt seit dem frühen Tod seiner Frau Anna zurückgezogen
auf dem Land. Das Weltgeschehen interessiert ihn nicht mehr, nur beim Frisör erfährt er ab und zu, was vor sich geht. Terror, Drogen, Fracking, Edward Snowden – irre und unheimlich kommt ihm vor, was er liest.
Einmal im Jahr, an Annas Geburtstag, fährt er in die Stadt, um Freunde von früher zu treffen. Als er diesmal unterwegs ist, hilft er einer Frau, die im Regen gestürzt ist. Diese flüchtige Begegnung löst etwas in ihm aus,
und als die Freunde davon hören, geben sie spontan eine Kontaktanzeige im Internet auf. Jemand antwortet tatsächlich – doch am Treffpunkt erscheint nicht die Frau aus dem Regen. Eine Geschichte über das unsichtbare
Wirken der digitalen Welt und von ihrer Macht über das individuelle Leben.

Eine Art Paradies

Meinung:

Walter von Quant ist ein Aussteiger. Zwar würde er sich selber nicht als Eremit bezeichnen, aber er ist durchaus zufrieden mit seinem ruhigen Leben. Nach dem Tod seiner Frau hat er sich aufs Land in eine Gartenkolonie abgesetzt und verbringt seine Tage damit, unter seiner Pappel zu sitzen oder spazieren zu gehen. Nachrichten erfährt er höchsten beim Frisör, welchen er in regelmäßigen Abständen aufsucht. Seinen Nachbarn ist er suspekt. Sie können seine passive Haltung nicht nachvollziehen. Einmal im Jahr trifft Walter sich mit seinen Freunden, um einen Gedenktag zum Geburtstag seiner Frau abzuhalten. Doch auf den Weg zu dieser Feier hilft er einer Frau auf und ist direkt von ihr fasziniert. Diese Begegnung wird sein Leben auf den Kopf stellen, denn Walters Freunde geben in seinem Namen eine Suchanzeige nach dieser Frau auf. Aber statt der geheimnisvollen Fremden trifft Walter am Treffpunkt eine junge Frau mit einem QR-Code auf dem T-Shirt. Und dann ist nichts mehr, wie es einmal war…

Walter ist ein sehr ruhiger, eher passiver Charakter. Da Geld für ihn kein Problem ist, kann er ohne Probleme sein Einsiedlertum pflegen, ohne Angst vor der Verarmung zu haben. Er ist freundlich, grundsätzlich mitfühlend, aber zurückhalten mit seiner Meinung. Er scheint seinen Frieden mit seinem Leben und dem Tod seiner Frau gefunden zu haben.

Ralph Dohrmann erzählt hier in einer eher ruhigen, aber eindringlichen Erzählweise eine sehr aktuelle Geschichte. Er spricht Themen wie Fracking, Drogensucht und vor allem die digitale Vernetzung an und zeigt Vorteile und Risiken des ständigen Internetkonsums auf. Er schildert aber auch nachvollziehbar, dass man als Mensch nicht immer passiv bleiben kann. Mir hat die Thematik und die Art und Weise, wie der Autor diese Themen aufgegriffen hat, unheimlich gut gefallen. Erzählt wird das Buch aus der dritten Person, die Sichtweise bleibt dabei auf Walter konzentriert. Ein wenig irritierend fand ich es, dass in diesem Buch die Dialoge nicht als solche gekennzeichnet sind und Anführungszeichen komplett fehlen. Das hat das Lesen des Buches anfangs etwas gewöhnungsbedürftig gemacht und ich habe ein wenig gebraucht, bis ich damit zurechtkam. Sehr interessant fand ich jedoch, dass das Buch in der alten deutschen Rechtschreibung geschrieben wurde. Es ist mir erst nicht aufgefallen, später kam ich aber ein einige Stellen, wo ich ein wenig nostalgisch wurde, denn zu meiner Schulzeit wurde damals umgestellt und so sind mir beide Varianten noch vertraut 😉

Vielen Dank an den Arche Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

„Eine Art Paradies“ erzählt eine ruhige, aber trotzdem spannende Geschichte über aktuelle Themen, die jeden betreffen. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich in den Zeilen dieses Buches bestimmt irgendwo wieder finden wird. Der Roman regt stark zum Nachdenken an und beschäftigt einen auch über das Buch hinaus.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.arche-verlag.com/index.php?id=211&tx_fsvsgbooks_pi1%5Btitel%5D=Eine%20Art%20Paradies&tx_fsvsgbooks_pi1%5Bisbn%5D=3-7160-2726-X&tx_fsvsgbooks_pi1%5Blink%5D=detail&cHash=1316c61fee

 

Preis

Gebunden: 22,99 Euro

eBook:

 

ISBN: 978-3-7160-2726-4

Seitenzahl: 352

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