Schertenleib, Hansjörg: Jawaka

Rezension Hansjörg Schertenleib – Jawaka

Inhalt aus dem Klappentext:

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht länger. Die Zukunft des Jahres 2057 präsentiert sich nach einer globalen Katastrophe und der Großen Transformation wie das finstere Mittelalter. Aus einem der abgeschiedenen Dörfer muss ein 21-Jähriger fliehen, weil er dem Liebhaber seiner Mutter ein Messer in die Brust gestoßen hat. Hinter ihm befindet sich die schützende Gemeinschaft, vor ihm Eis, Schnee, unwegsames Gebirge und irgendwo vielleicht der verschwundene Vater.
Der Autor dieser düsteren Imagination feilt 2021 in Kapstadt an den letzten Korrekturen seines Romans. Überall mehren sich die Zeichen, dass man auf die Katastrophe zusteuert. Während ihn vor allem eine neue Geschichte beschäftigt, ahnt er nicht, wie nahe er selbst am Abgrund steht. Bisher hat er seine Figuren leiden lassen, nun leidet er.

Jawaka

Meinung:

Jawaka war eines der Bücher, auf die mich schon sehr gefreut habe, denn der Inhalt versprach spannende Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt und für Diskussionsstoff sorgt.

Wir starten in diesem Buch bei dem Protagonisten Halblaut. Dieser lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der es die heutige Gesellschaft nicht mehr gibt. Aufgrund von Wirtschaftsumbrüchen, Kriegen und Epidemien hat sich die Menschheit stark verkleinert und lebt unter primitiveren Bedingungen. Die Regeln sind streng in Halblauts Gemeinschaft. Als er eine der obersten Regeln bricht, verlässt Halblaut seine Heimat und macht sich auf ins Ungewisse. Zeitgleich wird die Geschichte des Autors von Halblauts Geschichte erzählt. Dieser sitzt 2021 in Südafrika und arbeitet an dem Skript, während um ihn herum sich die Berichte über Terrorismus, Krieg und Terror häufen. Es scheint, als würde der Autor genau in der Welt leben, die vor Halblauts existiert hat und somit die Grundlage für die postapokalyptische Welt liefern.

Die Protagonisten zu beschreiben ist nicht einfach und ich hatte Schwierigkeiten, mich in diese hineinzuversetzen, was aber vor allem dem Schreibstil geschuldet ist. Denn seine Charaktere hat der Autor gut ausgearbeitet, liefert nötige Hintergründe und auch in ihren Handlungen bleiben die Figuren sich treu. Halblaut war mir nicht unsympathisch und seine Motivation war für mich nachvollziehbar. Aus dem Autor bin ich aber nicht schlau geworden und er blieb mir bis zum Schluss hin ein Rätsel.

Hans Jörg Schertenleibs Roman liest sich leider recht zäh, trotz der interessanten Thematik. Der Autor hat schreibt sehr bildhaft und ausschweifend. Das führt zwar auf der einen Seite dazu, dass sein Weltentwurf sehr plastisch präsentiert wird, auf der anderen Seite zieht es die Geschichte ungemein in die Länge und es braucht immer sehr lange, bis letztendlich etwas passiert. Auch der distanzierte Erzählstil hat es mir nicht leichter gemacht, mich in das Buch hineinzufinden. Erzählt wird der Roman sowohl aus der Ich-Perspektive, wenn wir uns in Halblauts Welt befinden, sowie in der dritten Person, wenn der Autor oder seine anderen Protagonisten ihre Geschichte erzählen. Schertenleib präsentiert in diesem Buch viele sehr aktuelle und realistische Szenarien und regt somit uns Leser zum Nachdenken an. In dieser Hinsicht wurde meine Erwartung also erfüllt.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch gesteckt oder ich bin mit der falschen Motivation an diesen Roman heran gegangen, aber meinen Geschmack hat er leider nicht getroffen. Hans Jörg Schertenleib war mir persönlich zu ausführlich und ausschweifend, die Umsetzung zu zäh, auch wenn mir die Botschaft des Buches grundsätzlich gefallen hat. Beschäftigt hat das Buch mich aber auf jeden Fall, denn die Thematik ist zu jeder Zeit aktuell.

Von mir gibt es ganz knapp 3 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/jawaka.html

 

Preis

Gebunden: 25,00 Euro

eBook: 19,99 Euro

 

ISBN: 978-3-351-03605-8

Seitenzahl: 384

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