Westerfeld, Scott: Afterworlds – Die Welten zwischen uns

Rezension Scott Westerfeld – Afterworlds: Die Welten zwischen uns

Inhalt aus dem Klappentext:

Lizzy überlebt den Terroranschlag auf dem überfüllten Flughafen von Dallas nur durch Zufall. Und begegnet in jenem heiklen Moment zwischen Leben und Sterben ihrem Seelenführer Yamaraj, der Lizzy in die Totenwelt ›Afterworlds‹ führt. Dass sie sich dabei unsterblich in den wunderschönen Man mit der sanfte Stimme und dem tiefen Blick verliebt, war so nicht vorgesehen vom Schicksal. Und Lizzy muss sich entscheiden: Für das Leben oder ein Dasein als Wandlerin zwischen den Welten …

Lizzys Geschichte ist ein Roman. Darcys Roman, den die 17-jährige mehr aus Spaß an die bekannteste Literaturagentur New Yorks schickt. Zu ihrer Überraschung bekommt Darcy direkt ein Zwei-Buch-Angebot und einen horrenden Vorschuss. Dieser Erfolg macht sie waghalsig: Statt ihr College-Studium anzutreten, zieht Darcy nach New York. Auf gut Glück und ohne rechten Plan. Aber mit dem festen Vorhaben, eine richtige Autorin zu werden. Und sich zu verlieben …

Afterworlds

Meinung:

Lizzie überlebt als Einzige einen Terroranschlag. Dabei weckt sie Kräfte in sich, mit denen sie in die Totenwelt, auch „Afterworlds“ genannt, wechseln kann. Dort trifft sie den Seelenführer Yamaraj, zu dem sie sich direkt hingezogen fühlt, denn er berührt etwas in ihr. Lizzie erfährt, dass sie über die Gabe verfügt, eine Wanderin zu sein, welche die Geister in die Unterwelt geleiten soll. Außerdem stößt Lizzie auf Ereignisse aus der Vergangenheit ihrer Mutter und geht diesen nach, wodurch sie selber in Gefahr in höchste Gefahr gerät. Zeitgleich wird in diesem Buch Darcy’s Geschichte erzählt. Diese ist Lizzies Schöpferin, denn Lizzie ist eine Romanfigur. Wir begleiten Darcy auf ihrem Weg als junge Autorin und erleben, wie der Roman entsteht und Lizzie an den Herausforderungen des Schreibens und des Lebens wächst und sich weiter entwickelt. Dadurch erhält man als Leser tiefe Einblicke in das Leben und den Werdegang eines Autors bzw. erlebt die Entstehung eines Romans.

Die beiden Hauptfiguren sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, auf den zweiten offenbaren sich aber viele Gemeinsamkeiten. Lizzie ist ein eigentlich sehr aufgewecktes Mädchen, das bemerkenswert leicht ihre neue Fähigkeit und die Änderungen in ihrem Leben zu akzeptieren scheint. Sie entspricht dem durchschnittlichen weißen Teenager Image der USA, mit dem sich ein Großteil der jungen Leserinnen identifizieren kann. Darcy dagegen ist indischer Herkunft und schleppt einige Unsicherheiten mit sich herum. Doch sie ist fest entschlossen, ihren Weg zu finden. Leider fehlt es ihr dabei manchmal ein wenig  an der Umsetzung ihrer Ziele und an Durchsetzungskraft. Ich muss leider sagen, dass es mir die beiden Hauptpersonen beim Lesen es nicht immer leicht gemacht haben, denn es gab vereinzelt Stellen, wo ich mit ihnen nicht so ganz warm geworden bin. Darcys Unsicherheit und ab und an leicht introvertiertes Auftreten war mir manchmal zu anstrengend. Und auch Lizzies Part empfand ich zuweilen etwas holprig und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Infos zu anderen Geschehen im ihrer Geschichte gewünscht. Aber wahrscheinlich hätte das den Rahmen des Buches gesprengt 😀

Erzählt wird der Roman aus zwei Sichten. Lizzies Geschichte wird aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Darcys Story wird in der dritten Person geschildert, wobei der Blickwinkel auf Darcy gerichtet bleibt. Die Kapitel sind übersichtlich und insgesamt moderat lang gehalten. Die Spannung wird gut ausgebaut und gehalten, dadurch dass der Autor Kapitelweise zwischen Darcy und Lizzie wechselt. So bleibt man als Leser am Ball und der doch recht umfangreiche Roman von etwas über 700 Seiten wird dadurch kurzweiliger. Scott Westerfelds Schreibstil ist eingängig und flüssig. Sein Sprachstil ist modern und altersgerecht.

Interessant an diesem Roman ist definitiv die Umsetzung und den Einblick, den man in die Autoren- und Verlagswelt erhält. Ängste und Zweifel, die den Autor bei der Entstehung seines Werkes beschäftigen, werden ebenso thematisiert, wie Verkaufszahlen und die Medien, welche den Erfolg eines Buches auf den amerikanischen Markt mit beeinflussen. Dadurch, dass parallel Lizzies fertige Geschichte erzählt wird, werden einem direkt die Unterschiede und Entwicklungen im Verlauf des Schreibprozesses aufgezeigt. Aber in diesem Buch geht es nicht nur um die Verlagswelt, sondern auch darum, wie man als junger Mensch seinen Weg in die Eigenständigkeit finden muss. Erfahrungen, Probleme und Ereignisse prägen Darcys Weg in die Selbständigkeit. So ist dieses Buch auch eine schöne Hommage an das Erwachsen werden.

Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Dieser Jugendroman bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der Schriftsteller und Verlage und bringt einem die Materie näher. Außerdem ist es ein Buch über das Erwachsen werden und seinen Platz in der Welt finden. Auch wenn Darcy und Lizzie manchmal etwas anstrengend waren, so hat das Buch gut zu unterhalten gewusst.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/afterworlds_die_welten_zwischen_uns/9783737352222

 

Preis

Gebunden: 22,99 Euro

eBook: 17,99 Euro

 

ISBN: 978-3-7373-5222-2

Seitenzahl: 704

Übersetzer: Angela Stein

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