Toon, Paige: Ohne dich fehlt mir was

Rezension Paige Toon – Ohne dich fehlt mir was

Inhalt aus dem Klappentext:

Unbeschwert und glücklich verbringt Alice die Ferien mit Joe. Beiden ist klar, dass ihre Affäre dem Sommer gehört und der Realität niemals standhalten kann. Alice ist ehrgeizig und will in Cambridge studieren; Joe schuftet in der Kneipe seiner Eltern.
Als Alice mit gebrochenem Herzen ihre erste Vorlesung antritt, ermahnt sie sich, dass Jungen wie der begabte Lukas viel besser in ihr Leben passen. Doch die Erinnerung an Joe will nicht verblassen. Und dann sieht Alice ihn wieder: auf der Kinoleinwand. Auch jetzt trennen sie Welten, denn Joe ist ein berühmter Filmstar.

ohne dich fehlt mir was

Meinung:

Paige Toon ist eine dieser Autorinnen, die ich letztes Jahr für mich entdecken konnte. Ihre romantischen, leicht dramatischen Liebesgeschichten haben mir unheimlich gefallen, besonders ihre Johnny Jefferson Reihe „Du bist mein Stern“ und „Diesmal für immer“ haben sich in mein Herz gestohlen. Da war es für mich direkt klar, dass ich auch das nächste Buch, das auf dem deutschen Markt erscheint, von ihr lesen möchte. Doch beim Lesen von „Ohne dich fehlt mir was“ kam schnell die Ernüchterung.

Die Geschichte steigt in den Sommerferien der 18jährigen Alice ein. Diese ist gerade mit ihrer Mutter in dem Ferienhaus in Dorset angekommen, wo sie die nächsten 6 Wochen verbringt, bevor es dann zum Studieren nach Cambridge geht. Gleich am ersten Tag lernt sie Joe kennen, der im Pub vor Ort arbeitet. Es ist für beide Liebe auf den ersten Blick und sie versuchen sich so oft wie möglich zu sehen. Doch Joes Elternhaus ist problematisch, die Eltern sind kalt und distanziert. Joe wird von ihnen diskriminiert und fertig gemacht. Als dann noch Joes Bruder aus dem Gefängnis entlassen wird, eskaliert die Situation. Alice und Joe verlieren sich aus den Augen, denn Joe möchte erst sein Leben auf die Reihe bekommen, um gut genug für Alice zu sein. Alice vergeht fast vor Liebeskummer, findet aber dank ihrer neuen Freunde nach und nach zurück ins Leben. Dass Joe sich nie mehr bei ihr meldet, schmerzt sie sehr. Doch dann lernt sie den Studenten Lukas kennen, der so ganz anders als Joe ist. Lukas und Alice werden ein Paar, ihre erste große Liebe kann Alice aber nie vergessen, und so steht der „Geist“ Joe zwischen Lukas und Alice.

Fangen wir dann mal bei den Figuren dieses Buches an: Alice ist eine sehr naive Protagonistin, die es oft geschafft hat, mir auf die Nerven zu gehen. Ihre Selbstmitleidsphasen waren anstrengend und ihre Blauäugigkeit hat mich oft den Kopf schütteln lassen. Joe war mir dagegen sehr sympathisch, leider räumt die Autorin ihm hier nur sehr wenig Platz im Buch ein. Er hat einiges an Mist im Leben durchmachen müssen, trotzdem hat er sich seine Menschlichkeit bewahren können. Lukas mochte ich dafür überhaupt nicht. Er war mir von der ersten Begegnung an so unsympathisch und ich habe bis zum Schluss nicht nachvollziehen können, was Alice in ihm sieht. Er ist arrogant, kontrollsüchtig und eingebildet, seiner Mutter extrem hörig und auch wenn er sich schließlich zu Alice bekennt, nehme ich ihm das nicht so richtig ab. Er wirkt so falsch wie eine Schlange. Die Figuren in diesem Buch waren also, bis auf Joe, anstrengend und ich konnte so gar nicht warm mit ihnen werden. Enttäuschungspunkt Nr. 1!

Enttäuschungspunkt Nr. 2 wäre dann der Schreibstil, der über weite Strecken so Paige Toon untypisch ist. Im ersten Drittel des Buches habe ich mich sehr über die furchtbaren Dialoge gewundert. Diese wirkten so unbeholfen und amateurhaft, kitschig und unausgereift. Ich weiß nicht, ob die Autorin hier ein Experiment gewagt hat, um die jugendliche Unreife von Alice zu unterstreichen, gefallen hat mir es aber überhaupt nicht. Erst im letzten Drittel drang der typische Paige Toon Flair durch. ACHTUNG, evtl. SPOILER: Das Ende kommt dann so abrupt, dass ich verwundert nach dem Laptop gegriffen habe um zu prüfen, ob noch ein zweiter Teil kommt, so wie bei „Du bist mein Stern“. Aber nein, da folgt nur noch eine Kurzgeschichte. Es bleibt so viel unbeantwortet am Ende des Buches. Das hat mir gar nicht gefallen 😦

Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive und die Geschichte wird aus Aprils Sicht erzählt. Der Schreibstil ist dabei, wie schon angemerkt, nicht immer sehr eingängig. Die kurzen Kapitel sorgen aber dafür, dass man sich trotzdem zügig durch das Buch liest. Die Geschichte weist vom Inhalt her zwar keine Längen auf, aber der Schreibstil und die Protagonisten haben die Geschichte manchmal etwas gezogen. Mein Lichtblick für diese Story ist hier die Kurzgeschichte, die im November als eBook erscheint. Von ihr erhoffe ich mir, dass die offenen Fragen noch geklärt werden.

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Diesem Buch fehlt es leider an Paige Toons üblichem Charme. Ihre Protagonisten sind zu naiv oder unsympathisch, der Schreibstil ist über weite Strecken ungewöhnlich und anstrengend und der Handlungsverlauf bleibt lange Zeit unbefriedigend, wobei das Ende dann zu schnell abgehandelt wird. Leider nicht Paige Toons bestes Buch.

Von mir gibt es mit Ach und Krach 2,5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/ohne_dich_fehlt_mir_was/9783810520340

 

Preis

Klappenbroschur: 14,99 Euro

eBook: 12,99 Euro

 

ISBN: 978-3-8105-2034-0

Seitenzahl: 448

Übersetzer: Andrea Fischer

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