Suter, Martin: Montecristo

Rezension Martin Suter – Montecristo

Inhalt:

Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.

Montecristo

Meinung:

Martin Suter ist mir als Autor natürlich ein Begriff, trotzdem habe ich es bisher nie geschafft, etwas von ihm zu lesen. Mit seinem aktuellen Buch konnte ich dies nun nachholen.

Jonas Brand ist Videojournalist. Eigentlich wäre er ja lieber Regisseur, jedoch hat das Leben bisher Anderes für ihn vorgesehen und so schlägt er sich mit einem mäßig befriedigenden Job durchs Leben. Sein Leben ändert sich aber, als er bei einer Zugfahrt mitbekommt, wie ein Mensch aus dem Zug springt. Alle gehen von Selbstmord aus und Jonas Videomaterial gerät schnell in Vergessenheit, schließlich scheint hier keine interessante Story rauszuholen zu sein. Kurz darauf entdeckt Jonas in seinem Geldbeutel zwei 100 Franken Scheine mit derselben Seriennummer. Jonas geht von Falschgeld aus und lässt die Scheine von seiner Bank überprüfen, welche dann die Echtheit beider Scheine bescheinigt. Jonas wittert eine gute Story hinter dieser Sache und geht dem nach. Nach und nach muss er feststellen, dass die Geldscheine und der „Selbstmord“ wohl doch enger zusammen stehen, als er dachte. Auf einmal ist Jonas Leben in Gefahr und er muss versuchen, schnellstmöglich die Sache zu entwirren, um am Leben zu bleiben. Auch stellt sich im die Frage, wem er eigentlich noch vertrauen kann. Denn seine Verfolger scheinen ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Jonas ist in seinen Enddreißigern und mogelt sich so durchs Leben. Geschieden und mäßig erfolgreich, verdient er seine Brötchen mit Videoreportagen, die ihn zwar ernähren, aber nicht erfüllen. Sein großer Traum ist es, eine moderne Version des Grafen von Monte Christo zu verfilmen. Leider ist sein Drehbuch bisher abgelehnt worden und sein Filmprojekt liegt auf Eis.

Martin Suters Schreibstil ist sehr klar und nüchtern. Trotzdem schafft er es ganz gut, seine Schauplätze plastisch zu schildern. Die Handlungsverläufe werden kurz und knapp präsentiert. Dadurch liest sich die Geschichte zwar sehr flüssig und man kommt gut durch das Geschehen im Buch, leider entsteht hier aber sehr viel Distanz zu seinen Protagonisten. So lernt man Jonas und die anderen zwar kennen, wirklich Bezug konnte ich während des Lesens nicht mit ihnen aufbauen. Spannend ist das Buch bis zur letzten Seite, berührt hat mich das Schicksal der Personen leider wenig. Ein wenig gestört hat mich auch manchmal die Art und Weise, wie Herr Suter seine Handlungsverläufe präsentiert hat. Ich hatte oft den Eindruck, dass da etwas fehlt. Aber wahrscheinlich ist das nur auf den Schreibstil zurück zu führen.

Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt, der Hauptblickwinkel liegt dabei auf Jonas. Aber auch andere Perspektiven werden eingebunden, so dass der Leser eine gute Übersicht über das Geschehen erhält.

 

Fazit:

Alles in allem ganz guter und klug inszenierter Wirtschaftsthriller, dessen Ende mich etwas schockiert zurück gelassen hat. Der nüchterne Schreibstil und die etwas distanziert wirkenden Charaktere sollten einen aber nicht abschrecken, dieses Buch zu lesen.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/katalog/nach_autoren/a-z/s/9783257069204/buch

 

Preis

Gebunden: 23,90 Euro

eBook: 21,99 Euro

 

ISBN: 978-3-257-06920-4

Seitenzahl: 320

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