Lepucki, Edan: California

Rezension Edan Lepucki – California

Inhalt aus dem Klappentext:

Das Ende des amerikanischen Traums

Nach einer Folge von verheerenden Naturkatastrophen stehen die Vereinigten Staaten am Rande des Zusammenbruchs. Im politischen Vakuum gehen Armut und Terror Hand in Hand. Wer Geld hat, flüchtet und verbarrikadiert sich in Gated-Communitys. Die Übrigen haben nur eine Chance zu überleben – Flucht in die Wildnis.
So auch das junge Paar Cal und Frida. Nur mit dem Nötigsten brechen sie auf und finden am Rande eines Waldes in einer kleinen Hütte Unterschlupf. Als Frida bemerkt, dass sie schwanger ist, könnte das der schönste Moment ihres Lebens sein. Stattdessen hat sie panische Angst. Als sie und Cal von einer geheimen Kommune namens The Land erfahren, keimt Hoffnung auf. Doch die Bewohner von The Land haben ein dunkles Geheimnis, das nicht nur Frida und Cal betrifft, sondern vor allem ihr ungeborenes Kind. Wie weit darf man gehen, um den zu schützen, den man liebt?
California führt in eine Zukunft, die viel näher ist, als uns lieb sein kann, und erschafft ein bedrückend erhellendes Panorama der Menschlichkeit unter extremen Bedingungen.

California

Meinung:

Die Welt hat sich verändert, Frida und ihr Mann Cal schlagen sich in diesem geänderten Weltgefüge durch. L.A. haben sie schon längst verlassen. Die überlebenden Menschen wohnen entweder in Communities oder sind als Siedler und Einzelgänger in die Wildnis ausgewandert. Auch Frida und Cal wohnen mittlerweile im Niemandsland. Tag für Tag müssen sie aufs Neue für ihr tägliches Überleben Nahrung beschaffen. Uns heutzutage zugängliche Handwerksgeräte und Arbeitsmaterialien sind Mangelware und nur schwer und über Tausch zu beschaffen. Als Frida dann auch noch feststellt, dass sie schwanger ist, wünscht sie sich mehr Sicherheit. Sie erfährt, dass nicht allzu weit die Community „The Land“ existiert und beschließt, diese aufzusuchen. Doch ihre Ankunft dort wird nicht von allen begrüßt und viele Geheimnisse stehen zwischen ihr, Cal und den Mitgliedern dieser Kommune. Und warum reagieren die Menschen so verstört auf die Farbe Rot?

Es ist schwer, dieses Buch mit wenigen Worten zu beschreiben ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Edan Lepucki schafft hier eine hochkomplexe und realitätsnahe Zukunftsvision. Dabei fließen Themen wie z.B. Terrorismus und Freiheitskampf sowie Kritik an den Reichen und Mächtigen mit ein. Auch verdeutlicht sie, wie selbstverständlich heutzutage viele Dinge für uns sind und was passiert, wenn diese Gegenstände, Arbeitsgeräte, Gewohnheiten und Moralvorstellungen verloren gehen.

Ihre Protagonisten sind sehr vielschichtig. Frida war mir anfangs nicht unbedingt sympathisch und ihre Beziehung zu ihrem Mann Cal empfand ich manchmal als sehr merkwürdig und distanziert. Aber angesichts der Umstände ist die Beziehung sehr real und nachvollziehbar, und genau das finde ich an diesem Buch so bemerkenswert. Trotz der anfänglichen Distanz zu Frida wurde ich im Laufe des Buches warm mit ihr. Ihr fehlt manchmal ihr altes Leben und sie vermisst soziale Kontakte. Deshalb plädiert sie auch dafür, die Kommune aufzusuchen, obwohl ihr Mann lieber für sich bleiben möchte.

Cal ist um einiges besonnener als Frida. Er ist fleißig und genügsam. Für Frida würde er alles tun und am liebsten die Welt hinter sich lassen, um mit ihr alleine zu sein. Aber er hat auch ein großes Pflichtbewusstsein und setzt sich für seine Motive ein.

Aus einem anfänglichen ruhigen Ton, entwickelt sich schnell eine spannende und nervenzehrende Geschichte. Edan Lepucki präsentiert  geschickt Informationshäppchen um die Neugier zu wecken und entwirrt Stück für Stück die Geschichte und die Geheimnisse, die die Personen umgeben. Nach und nach kristallisiert sich so das ganze Ausmaß der Umstände heraus und stellt vieles infrage, was uns aktuell auch schon betrifft. In Rückblicken erzählt sie von den Katastrophen und dem Werdegang unserer Hauptfiguren, die so entscheidend für das aktuelle Geschehen sind und deren Auswirkungen Frida und Cal immer noch begleiten. Erzählt wird das Buch aus der dritten Person. Die Sichtweise wechselt hier kapitelweise zwischen Frida und Cal.

Man muss sich auf dieses Buch einlassen und sollte es auf jeden Fall nicht mit Jugendbuch-Dystopien, wie z. B. die Tribute von Panem vergleichen. Dieses Buch ist eigenständig und viel erwachsener. Mich hat es zum Nachdenken gebracht und lange Diskussionen und Besprechungen mit meinem Mann nach sich gezogen.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Fazit:

Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte! Komplex und vielschichtig, aber auch spannend und unterhaltsam geschrieben, zeigt uns Edan Lepucki hier eine Zukunftsversion, die erschreckend Real ist und viel Zündstoff zum Nachdenken gibt.

Ganz klare 5 von 5 Punkten.

 

Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/california.html

 

Preis

Gebunden: 20,00 Euro

 

ISBN: 978-3-351-05019-1

Seitenzahl: 416

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5 Gedanken zu “Lepucki, Edan: California

  1. Das hört sich wirklich interessant an, ist notiert 🙂 Wenn Dir das gut gefallen hat, wäre vielleicht auch die MadAddam-Trilogie von Margaret Atwood etwas für Dich. Das ist auch eine komplexe „Erwachsenen-Dystopie“, die einen noch lange beschäftigt.
    Liebe Grüße,
    June

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