Backman, Fredrik: Ein Mann namens Ove

Rezension Fredrik Backman – Ein Mann namens Ove

Inhalt:

Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …
Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben.

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Meinung:

Das Buch fängt damit an, dass Ove einen Computer kaufen möchte. Das gestaltet sich allerdings als nicht besonders einfach, da Ove relativ wenig Verständnis für moderne Wortwahlen hat und der Verkäufer wenig mit Oles mangelnder Fachkenntnis anfangen kann. Man merkt hier schon direkt das Konfliktpotential und die Tragikomik dieses Buches. Denn auf der einen Seite ist diese Situation zum Brüllen komisch, andererseits liegt aber so viel Wahrheitsgehalt darin. Und genau diese Mischung zieht sich hier wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Ich habe entweder lauthals gelacht über Ove, sein Verhalten und seine Verhaltensweisen bzw. das Reagieren seiner Mitmenschen, aber genauso oft hatte ich Tränen in den Augen stehen über die Machtlosigkeit Oves, mit der er sich konfrontiert sieht.

Dieses Buch setzt zeitlich an der Stelle an, als Ove in den Vorruhestand gedrängt wird und somit aus seinem gewohnten Rhythmus gerissen wird. Ove sieht nun keinen Lebenssinn mehr und provoziert damit so manche schräge Aktion. Ich möchte nicht zu viel verraten, um die Geschichte nicht vorwegzunehmen und unnötig zu spoilern. Kapitelweise wird seine Vergangenheit und sein Leben enthüllt und bringt einem so Ove und seine Eigenheiten näher. Nach und nach versteht man als Leser immer mehr, warum Ove so ist wie er ist.

Neben dem Humor und der Tragik bietet dieses Buch aber auch viele kritische Blicke auf unsere Gesellschaft. Das Buch regt zum Nachdenken an, zeigt es doch viele verschiedene Situationen, die auf den ersten Blick sehr überspitzt wirken, bei genauerer Betrachtung sich aber genauso immer wieder abspielen. Sei es zum einen mangelnde Kommunikation, Egoismus oder aber auch Desinteresse an seiner Umwelt, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Ich denke, dass jeder die ein oder andere Situation so oder ähnlich schon mal erlebt oder mitbekommen hat und sich somit in den Ereignissen wieder finden kann.

Die Figuren in diesem Buch sind sehr interessant, allen voran natürlich Ove, aber auch seine skurrilen Nachbarn. Sogar die Katze, die man hier auf dem Titelblatt sieht, ist etwas ganz besonderes. Die Protagonisten sind alle sehr liebevoll skizziert, jeder zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus und rundet so die Geschichte harmonisch ab.

Auch der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm. Die Sätze sind pragmatisch kurz, meist witzig, treffend und pointiert. Geschrieben wurde die Geschichte aus der dritten Person, wobei die Sichtweise immer auf Ove konzentriert bleibt. Die Kapitel sind dabei recht übersichtlich gehalten und man bleibt sehr gut im Lesefluss. Der Wechsel zwischen aktuellen Ereignissen und Episoden aus Oves Vergangenheit halten die Spannung aufrecht, und viel zu schnell gelangt man an das Ende dieses bemerkenswerten Buches, das noch lange nachwirkt.

 

Fazit:

Ein sehr berührender, tragisch/komischer Roman über einen etwas anderen Helden, der eigentlich gar keiner sein möchte. Dieser Roman unterhält, rührt zu Tränen und spricht eine sanfte Warnung an die Gesellschaft aus. Für mich war dieses Buch eines der schönsten, die ich dieses Jahr gelesen habe.

Von mir gibt es ganz klar 5 von 5 Punkten!

 

Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/ein_mann_namens_ove/9783810504807

 

Preis

Gebunden: 18,99 Euro

eBook: 14,99 Euro

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3 Gedanken zu “Backman, Fredrik: Ein Mann namens Ove

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